Bauern in der Altmark klagen über Milchpreisverfall und Ernteausfälle wegen Wassermangels

„Es war noch nie so extrem“

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Dirk Grabowski (r.) erklärt Details der Milcherfassung. Ihm hören die Kreisbauernverbandsvorstände Christian Schmidt (v.l.), Raimund Punke, Silke Johansen-Rötz und Margret Pieper zu. Außerdem dabei: Kreis-Geschäftsführerin Annegret Jacobs (2.v.l.).

Pretzier / Altmark. Für die Bauern kommt es dieses Jahr ganz hart: Der Milchpreis ist mit derzeit 27 Cent je Liter im Keller, und das trockene Wetter verdirbt die Ernte.

„Es war noch nie so extrem“, meinte Raimund Punke, Kreisbauernverbandsvorsitzender, gestern bei einem Treffen mit anderen Vorständen in der Pretzierer Agrarerzeugergemeinschaft.

Die Wintergerste ist zu weit in der Abreife (links) oder bereits tot (rechts). Fotos: J. Heymann

Den niedrigen Milchpreis bezeichnete er als „fatal“. Seit 2014 ist dieser um mehr als zehn Cent pro Liter gefallen und ein Ende noch nicht in Sicht. Die Milcherzeugergenossenschaft Klötze, wo er Geschäftsführer ist, habe allein mehrere hunderttausend Euro trotz Mehrproduktion eingebüßt. Die altmärkischen Landwirte fürchten zudem, dass der Preisverfall auf dem Milchmarkt zu Betriebsaufgaben führen wird.

Das andere große Ärgernis ist das Wetter. Das Getreide verbrennt auf den Feldern. Nur 16 Milliliter Niederschlag im Mai stellten ein echtes Problem dar, so Punke. „Die Frühjahrsfeuchtigkeit ist das A und O“, erklärt der Klötzer Landwirt. Deren Fehlen könne nicht mehr aufgeholt werden. Die Konsequenz sind deutliche Ernteeinbußen – quer durch alle Getreidesorten. Regnet es in den kommenden 14 Tagen nicht, so sehen die Bauern voraus, müsste das Getreide als sogenannte Ganzpflanzensilage, also als Futter für die Tiere, abgeerntet werden. Die geringere Qualität dieser Pflanzen beeinträchtige wiederum den Ertrag der Milchkühe. Das Beregnen der Felder sei wiederum mit viel Bürokratie verbunden und daher nicht so einfach möglich, so Raimund Punke.

Von Jens Heymann

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