395 Flüchtlinge dürften arbeiten / Kreis verhandelt mit Land

Nicht einmal die Hälfte der Asylbewerber beantragt finanzielle Hilfe

+
Lediglich 200 von 519 Asylbewerbern im Altmarkkreis haben staatliche Finanzhilfen beantragt.

Altmarkkreis. „Es ist eine große Herausforderung für den Kreis“, sieht Landrat Michael Ziche trotz rückläufiger Flüchtlingszahlen weiterhin intensive Aufgaben. Er informierte den Finanzausschuss darüber, dass es zum Kreistag am 26. September ein Papier mit aktuellen Zahlen geben soll.

Die Kommunalpolitiker stimmten zusätzlichen Ausgaben zu, die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz anfallen. Dies betrifft Krankenhilfe (950.000 Euro), laufende Leistungen (820.000 Euro), Unterkunft und Heizung (510.000 Euro) sowie Sozialversicherung (180.000 Euro). Michael Ziche betonte, dass es für Kosten, die im Zusammenhang mit Flüchtlingen stehen, Gelder vom Bund und vom Land gibt. Dazu gehören sofortige Pauschalen genauso wie nachträgliche Abrechnungen. Damit käme der Kreis zurecht. Andere Aufgaben würden darunter nicht leiden.

Derzeit gehören 519 Asylbewerber mit Aufenthaltsrecht zum Sozialgesetzbuch II. 395 sind erwerbsfähig und könnten in einen Job vermittelt werden. 200 Hilfesuchende haben Anträge auf staatliche Finanzunterstützung gestellt, 146 bekommen diese derzeit. Der Kreis wirbt dafür, dass es noch mehr werden. Denn es geht zum Beispiel darum, dass Krankheitsfälle abgesichert sind. Im Finanzausschuss kam die Frage auf, warum so viele Asylbewerber noch keine weiteren Finanzhilfen beantragt haben? Ein Grund könnte sein, dass die Flüchtlinge vermuten, dann auch im Kreis bleiben zu müssen. Es gibt aber weiterhin den Wunsch, in große Städte zu ziehen. In Sachen Wohnsitzpflicht habe der Kreis noch Klärungsbedarf, was das Umsetzen des Gesetzes angeht.

Von Christian Ziems

Kommentare