Kreis will durch Verkäufe von Altpapier, Elektroschrott und Textilien profitieren

Neue Einnahmen sollen Müllgebühren stabil halten

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Blick auf das Gelände der kreiseigenen Deponie GmbH. Über dieses Unternehmen könnten in Zukunft noch weitere Geschäftsfelder erschlossen werden. Dazu gehört auch eine noch engere Zusammenarbeit mit benachbarten Regionen.

Altmarkkreis. „Der öffentliche Druck auf die Gebühren für die Abfallwirtschaft ist unverändert hoch, obwohl die Kosten der Abfallentsorgung im Vergleich zu anderen Lebenshaltungskosten eher gering sind“, heißt es im aktuellen Entwurf für das Abfallwirtschaftskonzept des Altmarkkreises Salzwedel.

Um die Kosten im Rahmen zu halten, sollen mit den Werststoffen möglichst Erlöse erzielt werden.

Dies betrifft Papier, Pappe und Kartonagen. Die Alba Niedersachsen-Anhalt GmbH kümmert sich um den Abtransport. 2014 waren es 4700 Tonnen Altpapier (keine Verpackungen) und verwertet es. Dafür bekommt der Kreis Erlöse, die die Kosten für den Abtransport aber derzeit nicht decken. Im nächsten Jahr läuft der Vertrag mit der Alba aus. Die Verwaltung will prüfen, ob es wirtschaftlich besser ist, die Entsorgung komplett selbst in die Hand zu nehmen.

Im Elektrobereich ist dies bereits angelaufen. Und zwar über Sammelstellen in mehreren Orten. Dort können Einwohner während der Öffnungszeiten nicht mehr benötigte Geräte in Container werfen. Nun gilt es zu prüfen, ob die Erlöse den Gebührenhaushalt entlasten können. Der Kreis geht davon aus, dass die Menge der Elektrogeräte bis 2025 auf 410 Tonnen zurück geht. Zum Vergleich: 2014 waren es 526 Tonnen.

Ein weiteres Geschäftsfeld stellen die Alttextilien da. Der Kreisverwaltung sind derzeit sieben gemeinnützige und elf gewerbliche Sammlungen bekannt. Trotz dieser bereits vorhandenen Konkurrenzsituation könnte die öffentliche Hand ebenfalls mit einsteigen. Fachleute wollen sich damit beschäftigen. Die Marktpreise schwanken. Zwischen 2007 und 2012 stieg er beispielsweise von 250 auf etwa 400 Euro an. Mitte 2015 waren es noch 300 Euro pro Tonne. Knapp 60 Prozent der weggeworfenen Textilien lässt sich weiterverwenden oder wiederverwerten. Allerdings entstehen auch Kosten für Säcke bzw. Container und den Transport. In vielen Gebieten Deutschlands gibt es bereits organisierte Textilsammlungen. Dort bringen Einwohner die nicht mehr benötigten Materialien wie Elektrogeräte zu Sammelstellen. Eine andere mögliche Variante: Die Kombitonne, in der mehrere Wertstoffe untergebracht werden können.

Ob die bisherigen Systeme oder neue Varianten für den Altmarkkreis am besten sind, werden die Prüfungen ergeben. Laut einem im Entwurf des Abfallwirtschaftskonzept verankerten Zeitplan, soll es 2016 Ergebnisse geben.

Von Christian Ziems

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