"Eine ganz finstere Formulierung"

Naturschützer befürchten: Privater Käufer könnte Wild zur Jagd in Stadtwald locken

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Die Wanderung ins Bürgerholz dauerte am Sonnabend nur rund 30 Minuten. Zu kurz für eine ausgiebige Runde durch den Wald. Die Tour wurde daher am Sonntag wiederholt.

Hoyersburg. Schon vor dem Gang ins Hoyersburger Bürgerholz hatten sich dunkle Wolken am Horizont aufgetürmt. Doch die kurzfristig angesetzte Wanderung startete dennoch, trotz vieler Mücken.

Nach rund 30 Minuten war dann auch wieder Schluss – starker Regen ließ keine Naturbeobachtungen mehr zu.

Die Zeit hatte aber gereicht, um über die Zukunft von Bürgerholz und Buchhorst zu sprechen. Beide Flächen, die zum Grünen Band gehören und damit für den Naturschutz außerordentlich wichtig sind, sollen verkauft werden. Dieter Leupold vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und zugleich zuständig für das Grüne Band, sowie Ralf Knapp, Naturschutzbeauftragter des Altmarkkreises, befürchten, dass ein neuer, privater Eigentümer vor allem jagdliche Interessen durchsetzen würde. Um eine Jagd attraktiv zu machen, würde dann Wild angelockt und gefördert werden. „Damit würde sich allerdings auch die Vegetation ändern, und das wäre das Aus für den Naturschutz“, prognostiziert Knapp. Er hält es für unwahrscheinlich, dass ein Privatinvestor als Naturfreund daherkommt.

Des Weiteren vermuten die Umweltschützer, dass bestimmte Baumarten ersetzt würden. Laut neuem Landeswaldgesetz müsste der Eigentümer zudem nur privaten Besuchern das Areal öffnen; alle behördlichen oder sonstigen Organisationen – wie der BUND – bräuchten eine Erlaubnis. „Eine ganz finstere Formulierung“, so Ralf Knapp. Er erwähnte auch, dass das Land kein Vorkaufsrecht habe, weil mit der Stadt die öffentliche Hand bereits involviert ist.

Von Jens Heymann

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