100 SMS auf Blümels Handy / Fraktionen hoffen auf ein Ende von Zank und Streit

Nach Wahlkrimi: Sabine Danicke geht in Pension

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Sabine Danicke will nach dem 13. Juli in Pension gehen.

Salzwedel. Nach dem Wahlkrimi vom Sonntagabend gab es gestern nur ein Thema in der Stadt: der Ausgang der Bürgermeisterwahl.

Sabine Blümel übernimmt das Bürgermeisteramt in Salzwedel. Oberbürgermeisterin wird sie sich nicht mehr nennen können, da die Hansestadt keine 25.000 Einwohner mehr hat.

Denn Oberbürgermeisterin wird sich Sabine Blümel, die die Stichwahl gegen Amtsinhaberin Sabine Danicke mit nur drei Stimmen gewonnen hatte, nicht mehr nennen können, da Salzwedel unter die dafür nötige 25.000-Einwohner-Marke gerutscht ist. Nach einer unruhigen Nacht und 100 SMS auf dem Handy ist Sabine Blümel gestern Vormittag erstmal zum Frisör gegangen. „Ich habe zwei Tage Urlaub, da erledige ich solche Dinge“, sagte sie im AZ-Gespräch. Wenn sie am 13. Juli ins Bürgermeister-Zimmer des Rathauses einzieht, wird sie als Erstes eine Kaffeemaschine mitnehmen.

Über private Dinge wollten gestern weder Sabine Blümel noch Sabine Danicke reden. Was die abgewählte Oberbürgermeisterin ab Juli tut – „dann bin ich Privatperson“, mehr will sie dazu nicht sagen. Sie gehe, wie ihr Vorgänger Siegfried Schneider auch, in Pension. Ihr Kreistagsmandat will Sabine Danicke behalten. Ob sie in der Hansestadt politisch aktiv bleibt, „kann ich noch nicht sagen“.

„Das ist Wahnsinn“

In den Stadtratsfraktionen wurde gestern heftig darüber diskutiert, wie es unter der neuen Bürgermeisterin weiter geht. „Drei Stimmen, das ist Wahnsinn“, kommentierte Peter Fernitz (CDU), der beim ersten Wahlgang um das Bürgermeisteramt ausgeschieden war. Er hofft auf eine „andere Stufe der Zusammenarbeit“.

Norbert Hundt (SPD) freut sich über den Wechsel: Sabine Danicke habe nun ihren Slogan von vor sieben Jahren erfüllt: „Mich gibts nur einmal“. Blümel habe „Ecken und Kanten“, könne aber kompetent bewerten.

Susann Meinecke (SPD, Freie Liste „Für Salzwedel“) glaubt an einen „Riesenruck“, dem Blümel durch den Stadtrat ausgesetzt sei. Auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Rat, Verwaltung und Bürgermeisterin setzt Ute Brunsch (Linke). „Sie will liefern, also muss sie liefern“, war gestern der Kommentar von Dirk Jentschke (Grüne/Bürgerbund). Sabine Blümel sei „fair und ehrlich“.

Überaus glücklich mit dem Ausgang der Stichwahl ist Wolfgang Kappler (Salzwedel-Land). Er setzt auf eine „ruhige und sachliche Arbeit im Stadtrat“ und hofft, dass Zank und Streit nun vorbei sind.

„Kein Verdacht“

Während gestern in der Stadt darüber geredet wurde, dass die Stimmen angesichts des denkbar knappen Ergebnisses noch einmal gezählt werden, machte Wahlleiter Matthias Holz alle Mutmaßungen über einen möglicherweise anderen Ausgang der Wahl zunichte: Es werde nicht noch einmal gezählt, da kein Verdacht auf Unregelmäßigkeiten bestehe. Die Grünen kündigten Widerspruch dagegen an.

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