Ralf Knapp: Geplante Anlagen außerhalb des Windeignungsgebietes / „Wenn das durchgeht, ist alles möglich“

Nabu unterstützt Windkraftgegner im Jeetzetal

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Die Karte des Nabu zeigt: Die sechs geplanten Windräder im Jeetzetal (gelbe Sterne) sollen außerhalb des Windeignungsgebietes stehen, stellten Naturschützer am Sonnabend fest.

gü Salzwedel / Winterfeld. Es geht um sechs Windkraftanlagen im Jeetzetal – das ist für den Nabu-Kreisverband Westliche Altmark ein Vorhabend der Enercon, an dem sich nicht nur die Geister scheiden, sondern die aus reinen Naturschutzgründen „niemals gebaut werden dürfen.“

Ralf Knapp machte das am Sonnabend während der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes im „Wieseneck“ deutlich. Anhand einer Karte erklärte er die geplanten Standorte für die sechs Windräder als nicht akzeptabel. „Gebiete mit überwiegend Anteil von besonders geschützten Biotopen sind eigentlich der Grund, dieses Vorhaben zu verhindern“, so knapp vor acht weiteren Naturschützern. Dass es überhaupt 2011 zu einem Ausweis des Windeignungsgebietes kam, sei schon verwunderlich, so Knapp. 20 Hektar groß, und dass die Räder gar nicht in dem Bereich stehen würden, ist für den Nabu ein schlechtes Zeichen. „Man hält sich nicht an die eigenen Gesetze und Regeln“, so Knapp in Richtung Regionaler Planungsgemeinschaft. Die Anzahl der schützenswerten Tiere sei groß. Kraniche würden Flächen in unmittelbarer Nähe als Rastplätze nutzen, auch die Wiesenweihe sei ein Grund, das Vorhaben der Enercon nicht realistisch werden zu lassen. „Wir wissen alle, dass es um wirtschaftliche Gründe geht. Und dass einer Kommune Millionenbeträge in Aussicht gestellt werden, macht die Sache für den Umweltschutz nicht gerade einfacher“, so die Nabu-Mitglieder.

Dennoch hieß es Sonnabend: „Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn die Dinger aufgestellt werden dürfen. “.

Brachvögel und der Rote Milan sollen weitere Gründe und Argumente für die Ablehung des Enercon-Vorhabens sein. Knapp legt große Hoffnung in die Bürgerinitiative, die das Aufstellen der Anlagen im Jeetzetal südlich Siedenlangenbecks verhindern will. „Wenn dieses Vorhaben durchgeht, sind alle gesetzlichen Vorgaben hinfällig. Dann kann jeder machen, was er will“, so Knapp.

Die Teilnehmer der Sonnabend-Runde sahen sich nicht nur deshalb in der Pflicht, die Arbeit fortzusetzen. Weil das Durchschnittsalter der Mitglieder schon hoch sei – das Wort Natur-Dinos war gefallen – muss für Nachwuchs gesorgt werden. „Am Computer können Zusammenhänge in der Natur nicht erlebt werden“, wurde angesichts der virtuellen Welt erklärt. Doch auch jeder Einzelnen könne sich einbringen, die Naturschützer zu unterstützen. Ein Beispiel: Wildschutzzäune müssten, wenn sie nicht mehr gebraucht, wieder abgebaut werden. Doch das geschehe meistens aus Kostengründen nicht, erfuhren die Zuhörer.

Michael Ahrens würdigte Günther Stachowiak, dem Platz in einer Broschüre gewidmet wurde.

Von Harry Güssefeld

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