Kampfmittler hatten zwei Tage lang zu tun

Die Granaten der letzten Kämpfe in der Altmark: Munitionsfund bei Seeben

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Ein Teil der gefundenen Munition: 7,5-cm-Pak-Granaten aller Coleur lagen in dem Waldstück direkt unter dem Moos – 70 Jahre lang. Es sind die Überbleibsel der letzten Kämpfe in der Altmark.

Seeben / Rockenthin. 70 Jahre ist der II. Weltkrieg vorbei und noch immer gegenwärtig: Zwei volle Tage hatten Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in den Wäldern zwischen Seeben und Rockenthin zu tun, um scharfe Granaten von den letzten Gefechten in der Altmark zu bergen.

Auf die Zeugen der Vergangenheit waren am Sonntagvormittag Spaziergänger gestoßen, die dann die Polizei informierten. Bei dem Fund handelt es sich um Granaten für die deutsche 7,5-cm-Pak (Panzerabwehrkanone), die auch von Kampfwagenkanonen verschossen wurden. Die letzten Gefechte in dem Waldstück hatte es am 20. und 21. April 1945 gegeben, als amerikanische Truppen die Linie Dähre-Salzwedel-Bömenzien säuberten, um in Richtung Norden anzugreifen.

Im Wad bei Seeben hatte sich die letzte Kampfgruppe des XXXIX. deutschen Panzerkorps verschanzt, die ihren Vorgängern in Richtung Brome-Fallersleben folgen sollte. Daraus wurde nichts. Ihre Vorauseinheiten wurden bei Wistedt und Henningen geschlagen, die Reste – Panzerjäger und Nebelwerfer – in dem Wald zwischen Seeben und Rockenthin aufgerieben. Ihre Munition wurde 70 Jahre später gefunden. Ihre Toten schon früher: In dem Wald gibt es seit 1945 ein Doppel-Feldgrab.

Von Holger Benecke

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