Avacon testet Elektroautos / 6,6 Millionen Euro für das Leitungsnetz

Mobilität mit Strom

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Monteur Sven Plönzke (l.) und Projektleiter Steffen Heuer gestern vor den Avacon-Fahrzeugen, die mit Strom betrieben werden. Inzwischen gibt es auch ein mobiles Ladegerät.

Altmarkkreis. Die Grünstromquote (erneuerbare Energien) im Altmarkkreis liegt bei 160 Prozent. Es wird zu Spitzenzeiten mehr Strom als benötigt produziert, unterstrich Avacon-Pressesprecherin Corinna Hinkel.

Der Netzbetreiber, der sich ausschließlich um den Transport kümmert, informierte gestern über weitere Details: Das heißt aber nicht, dass nur erneuerbare Energien aus den Steckdosen kommt. Wenn die Witterungsverhältnisse nicht stimmen, kommt der Strom auch für die Altmark aus Braunkohle- oder Atomkraftwerken. Bei zu viel Energie, die im Kreis mit Windkraftanlagen (191), Photovoltaikanlagen (2103) und Biogasanlagen (69) produziert werden, gelingt es nicht immer, diese in andere Regionen zu transportieren. Die Konsequenz: Windräder aus dem Wind drehen. Dies komme besonders im Landkreis Stendal relativ häufig vor, wie Kommunalreferent Andreas Forke betonte.

Das Netzgebiet des Avacon-Standortes Salzwedel umfasst die Regionen Beetzendorf-Diesdorf, Salzwedel, Arendsee und Seehausen sowie Teile des Landkreises Lüchow-Dannenberg, 53 Mitarbeiter kümmern sich um Ausbau und Instandhaltung. Standortleiter Bernd Karius stellte gestern die Investitionen vor. Im Altmarkkreis werden 3,8 Millionen Euro, im Landkreis Stendal 1,5 Millionen Euro und im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg 1,2 Millionen Euro verbaut. Größer Brocken sind Arbeiten zwischen Bornsen und Nettgau. Dort werden mit 1,8 Millionen Euro seit 2015 bessere Voraussetzungen geschaffen, damit der Strom aus erneuerbaren Energien besser transportiert werden kann. In Salzwedel gilt es, alte Trafostationen aus DDR Zeiten zu ersetzen. Dies betrifft die Bereiche Am Perver Berg sowie Am Güterbahnhof. Projektvolumen: 103 000 Euro. Hinzu kommen Leitungen, die in Erde gelegt werden sowie der Ersatz von Turmstationen (siehe Infokasten). „Wir werden keine neuen Freileitungen mehr bauen“, machte Bernd Karius deutlich. Bei den Arbeiten gilt es zudem, Leerrohre für schnelles Internet zu verlegen. Es gibt eine Kooperation mit dem Zweckverband Altmark. Das Netz umfasst insgesamt 3400 Kilometer Mittel- und Niederspannungsleitungen sowie 1200 Kilometer Gasleitungen.

Am Standort Salzwedel werden Fahrzeuge, die mit Strom laufen, getestet. Dabei zeigt sich, dass insbesondere die Wagen für Monteursarbeiten noch Nachteile aufweisen. Dazu gehört die geringe Reichweite (rund 75 Kilometer) sowie die kleinere Ladefläche. Die Avacon will trotzdem prüfen, inwieweit sich der Fuhrpark mit Blick auf erneuerbare Energien umgestalten lässt.

Von Christian Ziems

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