Ex-Pärchen unternimmt Trip nach Holland / Angeklagte greift nach Streit zur Selbstanzeige

Marihuana im Kondom geschmuggelt

+
In einem Kondom, welches sich die Angeklagte vaginal eingeführt hatte, wurden die Drogen geschmuggelt.

klü Salzwedel. Ein kleiner Ausflug in die holländischen Coffee-Shops kam einem ehemaligen Pärchen teuer zu stehen. Die beiden Angeklagten schmuggelten knapp zehn Gramm Marihuana nach Deutschland. In einem Kondom, welches sich die Angeklagte vaginal eingeführt hatte.

„Ich hatte die Hoffnung, dass wir uns wieder näher kommen“, schildert die 36-Jährige im Salzwedeler Amtsgericht. „Immerhin haben wir drei gemeinsame Kinder“, so die sechsfache Mutter.

Im Juni war das zu diesem Zeitpunkt bereits getrennte Paar gemeinsam nach Holland gefahren. „Ich wollte halt mal wieder richtig gutes Gras rauchen“, so der Angeklagte (29). „In Salzwedel gibt es doch auch gutes Gras. Warum also nach Holland?“, zeigte sich Richter Klaus Hüttermann äußerst sachkundig.

Rund fünf Stunden Fahrt nimmt das getrennte Paar gemeinsam auf sich. „Wir sind spät abends angekommen und haben uns im Ort dann getrennt. Ich habe mich in einen Shop gesetzt und erstmal etwas geraucht“, erzählte der Angeklagte bereitwillig. Nach ein paar Stunden hätte man sich wieder am Auto getroffen – wer dann allerdings auf die Idee mit dem Kondom und dem Marihuanaschmuggel gekommen sei, da wurden sich die Angeklagten nicht einig.

„Ich hatte gar nicht die Kraft, die ganzen Tütchen in das Kondom zu pressen. Das hat er dann gemacht. Und ich habe mir das gefüllte Kondom dann eingeführt. Ich hätte das doch auch nie gemacht, wenn er mich nicht beruhigt hätte, dass er das schon öfter gemacht hätte“, erzählt die Salzwedelerin.

Aufgeflogen war der Drogen-Trip nach Holland, als die Angeklagte nach einem Streit um die gemeinsamen Kinder mit ihrem Ex und dessen neuer Freundin die Polizei ruft und Selbstanzeige erstattet. „Ich wollte ihn drankriegen“, zeigte sich die Angeklagte rachsüchtig. Sie hat bereits zwei Verurteilungen wegen Handeltreibens und Erwerb von Betäubungsmitteln vorzuweisen.

Auch ihr 29-jähriger Ex ist kein unbeschriebenes Blatt mit sieben Einträgen im Strafregister wegen Diebstahls sowie Fahren ohne Fahrerlaubnis. „Sie haben doch erst im März eine Strafe wegen Drogenschmuggels erhalten. Damals hatten die Beamten das Marihuana in ihrer Unterhose gefunden. Sie stehen derzeit auch noch unter Bewährung“, war Richter Hüttermann verwundert. Auch der Staatsanwalt fand deutliche Worte, vor allem für die Angeklagte: „Sie sind Mutter. Bei diesem Verhalten sollte man vielleicht darüber nachdenken, ob Sie überhaupt in der Lage sind, Kinder zu erziehen. Ich bin immer wieder sprachlos, was für kuriose Sachen verhandelt werden.“

„Die Fahrt hat sich nicht gelohnt. Nicht nur der Sprit, auch die Marihuana-Preise waren ganz schön stolz“, zog die Angeklagte ein Fazit. Dazu kommt nun für beide noch eine weitere Verurteilung und eine Geldstrafe von 500 Euro für ihn und 400 Euro für sie.

Kommentare