Künstlerin Angelika Flaig zieht Besucher mit ungewöhnlicher Performance in ihren Bann

Magische Formen zu Celloklängen

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Ungewöhnliche Formen zeigten sich an der Leinwand, als Angelika Flaig zum Beispiel Wasser mit Kohlensäure auf den Tageslicht-Projektor goss.

Salzwedel. In der Aula des Kunsthauses hängt eine große, weiße Leinwand, zwei Schwarzlicht-Scheinwerfer sind darauf gerichtet. Drei Lichtprojektoren sind auf der anderen Seite aufbaut. Künstlerin Angelika Flaig steht hinter den Geräten und wartet auf ihren Einsatz.

Cellist Scott Roller erhält von Angelika Flaig eher ungewöhnlich Notenblätter.

Dann geht das Licht aus und Cellist Scott Roller fängt an zu spielen.

Mit ihrer ungewöhnlichen Performance zog Angelika Flaig, die aktuell ihre Ausstellung „Lito-Sphären“ im Kunsthaus zeigt, die Besucher des Abends in ihren Bann. Denn was sich auf der Leinwand als ausgefallene Formen und Farben wiederspiegelte, waren auf der Arbeitsfläche des Polyluxes einfache Hilfsmittel. Zunächst legte Flaig eine Folie mit Motiven auf den Tageslichtprojektor, die bei Arbeiten mit dem Steindruck entstehen. Dann kommen Papierschnipsel, Wasser mit Kohlensäure oder bunte Folien zum Einsatz. Bei besonders eindrucksvollen Kreationen dreht sich mancher erstaunt um. Denn wie der Effekt erzeugt wird, erkennt nicht jeder auf den ersten Blick.

Unterstützt wird die Künstlerin von Scott Roller, der je nach Bild die passenden Melodien spielte. Allerdings nicht nach Noten – reine Improvisation. „Ich zeichne meine Performance und die Stimmung auf ein Blatt und schicke ihm das. Anschließend kommen wir dann ins Gespräch“, beschreibt Flaig die Arbeit des eingespielten Teams. Nach der Vorstellung gibt es minutenlangen Applaus. Und die Einladung an die Gäste an den Tageslichtprojektoren eigene Bilder zu kreieren.

Die Idee für die ungewöhnliche Show kam Angelika Flaig, als sie noch als Deutschlehrerin an einer Berufsschule aktiv war. Schon dort hat sie mit ihren Schüler viel mit den Geräten gearbeitet und anschließend ihre eigenen Ideen entwickelt.

Das war bereits vor knapp 27 Jahren. Dennoch ist es für Angelika Flaig immer eine neue Erfahrung. „Jede Performance ist für sich einzigartig“, unterstreicht sie.

Von Melanie Friedrichs

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