„Düstere Wolken in Sicht“

Liestener wollen Waldbad und Dorfgemeinschaftshaus vor dem Schließen bewahren

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Das Waldbad in Liesten hat eine unsichere Zukunft vor sich. Wie die meisten derartigen Freizeitanlagen muss es Jahr für Jahr bezuschusst werden. Die Einheitsgemeinde Salzwedel steckt jedoch in einem Finanzloch und hat ein weiteres Bad.

Liesten. Die Liestener wollen sowohl um ihr Waldbad als auch um ihr Dorfgemeinschaftshaus kämpfen.

Eine Arbeitsgruppe des Sport- und Bildungszentrum Liesten-Altmark hat deshalb die Einwohner des Dorfes zu einer Versammlung am heutigen Freitag, 19 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus aufgerufen.

„Aus Salzwedel sind düstere Wolken in Sicht, die zum Ziel haben, unsere schönen Attraktionen zu schließen“, heißt es dramatisch in der Einladung durch die Arbeitsgruppe. Und weiter: „Lasst uns alle gemeinsam mit innovativen Ideen und neuer Tatkraft ans Werk gehen [...]. Unsere Kinder und die zukünftigen Kinder unseres Dorfes und der Umgebung werden es uns danken.“

Das Schließen des Waldbades, welches seit mehr als 40 Jahren existiert, ist indes keine beschlossene Sache. In der kürzlich veröffentlichten Streichliste des städtischen Finanzausschusses etwa taucht es nicht auf. Einzig die teure Sanierung, die für 2018 anvisiert worden war, ist auf unbestimmte Zeit vom Tisch. Und kommt aufgrund der kritischen Haushaltslage der Stadt wohl auch so schnell nicht wieder zur Sprache.

Das Sport- und Bildungszentrum muss unterdessen ohne seinen langjährigen Vorsitzenden Harald Bresch auskommen. Dieser hatte Ende August auf eigenen Wunsch sein Amt niedergelegt. Daher muss im Verein neu gewählt werden. „Ich finde es gut, dass jemand anderes die Initiative übernimmt“, erklärte Bresch der AZ. Im Streit zwischen Dorf und Stadtverwaltung um das Geld will er niemandem den schwarzen Peter zuschieben. „Wer so ein Objekt haben will, muss es auch auf finanzielle Füße stellen“, so Bresch. Es gehe darum, ein Konzept zu erarbeiten.

Von Jens Heymann

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