Waldbad: Alte Caravanstellplätze könnten reaktiviert werden / 1995 gebaut, aber nie genutzt

Liestener Vision mit Campern

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Zehn Caravanstellplätze sind Mitte der Neunzigerjahre hinter dem Waldbad Liesten entstanden.

Liesten. „Es ist eine Vision, keine Vorhabensbeschreibung“, betont Andreas Weigelt, Vorsitzender des Sport- und Bildungszentrum Liesten-Altmark. Worauf er abzielt, ist etwas, das seit mehr als 20 Jahren ungenutzt hinter dem Liestener Waldbad schlummert.

Wasseranschlüsse und Stromverteilerkästen sind nur mit Mühe zu finden.

Gemeint sind die Caravanstellplätze. Diese sowie der Zufahrtsweg wurden 1995 von der GÖSS (Gesellschaft für ökologische Sanierung Altmarkkreis Salzwedel) aus Brewitz geschaffen. Insgesamt zehn Stellplätze, immer zwei zusammen, mitsamt der Wasser- und Stromversorgung. Diese existiert auch heutzutage noch, ist aber mittlerweile von der Natur überwuchert worden.

„Das Projekt ist damals aus irgendwelchen Gründen nicht realisiert worden. Es sollte aber wieder aufgegriffen werden“, sagt nun Andreas Weigelt. Er wirft auch die Idee eines Kletterparks und eines Spielplatzes in den Raum.

Dass in Liesten der Caravanstellplatz nach mehr als zwei Jahrzehnten wieder aufgegriffen wird, hat einen einfachen Grund: „Um dem Waldbad eine Perspektive zu geben“, erklärt Andreas Weigelt. Und fügt an: „Wer auch immer das finanziert.“ Deswegen eine Vision und keine konkrete Vorhabensbeschreibung.

Das Areal, das nie entsprechend genutzt wurde, ist mittlerweile überwuchert.

Die könnte es werden, sollten sich Sponsoren finden. Und die Diskussionen in Salzwedel nicht abreißen. In der Hansestadt gab es beispielsweise Pläne für einen Kletterpark im Park des Friedens oder für einen Caravanstellplatz auf dem Parkplatz am Chüdenwall. „Wer will schon auf Beton campen?“, fragt sich Andreas Weigelt und bringt das Liestener Waldbad ins Gespräch. Eben auch, weil es die Infrastruktur dort seit Jahren schon gibt.

Sollte der Stellplatz tatsächlich wiederbelebt werden, gäbe es aber noch Probleme zu lösen. Andreas Weigelt nennt beispielsweise eine 400-Euro-Kraft, die sich um die Camper kümmern müsste. Und auch eine Form der gastronomischen Betreuung. „Die Stadt hat kein Konzept für das Waldbad“, sagt der Vereinschef vorwurfsvoll. Deswegen engagieren sich die Liestener umso mehr.

Von Jens Heymann

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