Von Woche zu Woche

Lichtblicke für die ländliche Region

Es war ein Anblick, der die Bürger alarmierte: Ein Polizist in ihrem Dorf. Keine Frage, bei dem Mann konnte es sich nur um einen Betrüger handeln. Denn hier in der Abgeschiedenheit hatte man gefühlt seit Jahren keinen Uniformierten gesehen, schon gar nicht als Fußstreife.

Schnell wählte ein Anwohner den Notruf 110 und meldete den vermeintlichen falschen Polizisten. Unmittelbar darauf funkte die Einsatzleitzentrale eben jenen Beamten an und forderte ihn auf, quasi nach sich selbst zu fahnden – denn es handelte sich um einen echten Ordnungshüter.

Die Posse spielte sich wirklich so ab in einem kleinen Dorf in Sachsen-Anhalt. Und sie steht sinnbildlich dafür, wie sehr ländliche Regionen abgehängt sind bzw. waren – selbst bei der öffentlichen Ordnung.

So sehr man über den Vorgang schmunzeln mag, so sehr ist er auch bemerkenswert. Denn eines ist unstrittig: Seit einigen Wochen trifft man auch in abgelegenen Ortschaften in der Altmark immer wieder auf Streifenwagen, in größeren Orten auf Fußstreifen. Wie viel Polizeipräsenz es aktuell wirklich gibt in den ländlichen Regionen, lässt sich von außen kaum beurteilen. Aber, das muss man Innenminister Stahlknecht bescheinigen, nach subjektivem Empfinden ist seit einigen Wochen tatsächlich mehr Polizei auf den Straßen unterwegs.

Das stärkt die Hoffnung, dass es dieser Landesregierung tatsächlich ernst ist mit der Bekundung, die strukturschwache Altmark werde keineswegs abgehängt bei Polizeireform und Sparkurs.

Und auch das macht Mut: Die ländliche Region war wiederholt ein Thema, als Ministerpräsident Reiner Haseloff Anfang der Woche die geballte Presse über den Kurs der Landesregierung im Jahr 2015 informierte. So orientiere man sich im Bereich der Wirtschaft vor allem auf die Stärkung des Mittelstandes, kündigte Haseloff eine Mittelstandsoffensive an. Weitere Ziele seien die Gewinnung von Fachkräften, mehr Unterstützung bei der Berufsorientierung Jugendlicher und Hilfen für Langzeitarbeitslose. Dabei gehe es vor allem um Eltern und Alleinerziehende.

Gewiss, zunächst sind das erst mal alles nur Verlautbarungen. Aber immerhin konnte die Arbeitslosenquote im vergangenen Jahr erstmals wieder unter 10 Prozent gedrückt werden. Das macht Mut.

Von Thomas Mitzlaff

Rubriklistenbild: © Koller

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