BUND sieht das Land in der Pflicht / Stadt helfen und Naturschutz langfristig sichern

Waldverkauf: Leupold avisiert Spitzengespräch

+
Dieter Leupold, Koordinator Grünes Band.

Salzwedel. Der BUND will noch einmal alles versuchen, dass der Salzwedeler Stadtwald nicht in private Hände gerät. Dieter Leupold, Projektkoordinator Grünes Band, machte dazu gestern noch einmal den Standpunkt deutlich.

Er verstehe die finanzielle Zwickmühle, in der die Stadt sitze, sagte er.

Zugleich rät Leupold, mit dem Land, der Stadt und dem BUND gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die sowohl helfen, den Salzwedeler Stadthaushalt zu sanieren als auch den Naturschutz langfristig zu sichern. Leupold stellte jedoch klar: „Es ist nicht unser Ziel, Eigentümer der Flächen zu werden.“ Nach seiner Meinung müsse sich das Land mehr ins Zeug legen. So könne es nicht sein, dass das Umweltministerium in Sachen Stadtwald helfen wolle, das Finanzministerium aber die beantragten drei Millionen Euro Liquiditätshilfe versage und nur 890 000 Euro bewillige.

Für Leupold ist das kontraproduktiv und zwinge die Stadt geradezu, den Stadtwaldverkauf voranzutreiben. Deshalb soll es laut Leupold noch ein Spitzengespräch zwischen den Vertretern von BUND Deutschland und Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert geben.

Denn für Dieter Leupold ist klar, dass kein Privatmann den Salzwedeler Stadtwald aus Gründen des Naturschutzes kaufe. Der habe in Sachen Grünes Band, zu dem der BUND-Mann auch die Buchhorst und das Bürgerholz rechnet, eine nationale, ja sogar eine internationale Bedeutung. Er verweist auf das Grüne Band als Bestandteil des europäischen Netzwerkes Natura 2000. Und dazu habe sich auch das Land bekannt. Es bedeute nicht nur, dass sich der Stand des Naturschutzes nicht nur nicht verschlechtern darf, sondern sich auch verbessern muss, so Leupold.

Er meint: „Ich glaube, der Stadt und potenziellen Käufern ist nicht bewusst, was das alles bedeutet. Das muss man ihnen mitteilen, damit sie wissen, worauf sie sich einlassen.“ So müssten sich die neuen Eigentümer auf Restriktionen gefasst machen, der BUND werde bei Verstößen gegen den Naturschutz diese bei der Naturschutzbehörde anzeigen. Um es salopp zu formulieren: Sind die Flächen erst verkauft, kann die Behörde erst handeln, wenn der Wald abgeholzt ist.

Leupold bedauert, dass „man mit der Stadt schon auf einem guten Weg“ gewesen sei und in vier oder fünf Jahren eine Lösung anbieten könnte. Doch plötzlich und überraschend wurde dann der Verkauf ins Feld geführt. Auch Verhandlungen, die dazu mit Bürgermeisterin Sabine Blümel geführt worden sind, seien plötzlich ohne erkennbaren Grund abgebrochen worden, bedauert Leupold, der auf erneute Gespräche drängt.

Von Holger Benecke

Kommentare