Chüttlitzer wollen ihre Ortsschilder wiederhaben / Diese wurden sang- und klanglos demontiert

Lebensgefahr an der Bundespiste

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„OD“ wie Ortsdurchfahrt steht auf dem Stein rechts. Dort stand bis Anfang der 1990er Jahre das Chüttlitzer Ortsschild an der B 71. Nun kann dort mit 70 Sachen auf den Kreisel zugebrettert werden. Die Anwohner, vor allem die Kinder, müssen über die Straße, wenn sie zur Bushaltestelle wollen. Außerdem ist das Auffahren auf die Bundesstraße von 16 Grundstücken oft lebensgefährlich.

Chüttlitz. Der Weg könnte ein leichter sein: Vor und hinter Chüttlitz jeweils wieder ein Ortsschild an der B 71 aufstellen. Und zwar dort, wo schon einmal welche standen.

Dann wird nicht mehr durch den Ort gerast und die 16 Familien, die direkt an der Bundesstraße wohnen und dort auch ihre meist schräg zur B 71 hinaufführende Auffahrten haben, müssten nicht jedes Mal um ihr Leben bangen.

Zudem haben jene, die rechtsseitig der Bundespiste wohnenden Menschen – darunter auch Kinder – nur eine Möglichkeit zur Bushaltestelle zu kommen: Über die B 71, auf der Pkw und Brummi in den seltensten Fällen mit den dort verordneten 70 km/h angerauscht kommen. Denn rechtsseitig gibt es keinen Gehweg, nicht einmal die Möglichkeit, sich auf einem Bundesstraßenbankett durchzuschlagen.

Ortschaftsrat wie Anwohner wollen ihre Ortsschilder wieder an jener Stelle haben, an der sie einmal standen. Diese wurden Anfang der 1990er Jahre abgebaut, erinnert sich Ortsbürgermeister Wolfgang Kappler. Dann wurden grüne Schilder (70 km/h) aufgestellt. Auch diese sind inzwischen verschwunden. Lediglich das 70-Schild steht noch, das kaum ein Autofahrer für voll nimmt.

Kappler hat Angst um seine Leute. „Wir sind zwischen Magdeburg und Uelzen der einzige Ort an der B 71, der auch keine 30-km/h-Nachtbegrenzung für Lkw hat“, schimpft der Ortschef. Er hätte auch nichts gegen einen festen Blitzer einzuwenden, wie an der B 71 im Nachbarland Niedersachsen viele stehen.

Von Holger Benecke

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