Beim 4. Kunstfestival „Wagen und Winnen“ gelang Mammut-Kraftakt

„Land in Sicht“ in Sachen Kunst

+
So viele Menschen hatte der Salzwedeler Bahnhofsvorplatz lange nicht angelockt. Zum Kunstfestival waren sie aus der ganzen Republik angereist. Die Trommelgruppe „Takadimi“ schickte zum Auftakt des Festivals die Töne über die nahen Gleise.

Salzwedel / Altmark. „Land in Sicht“ in Sachen Kunst: Beim altmärkischen Kunstfestival „Wagen und Winnen“ gelang den Organisatoren um Heinrich Herbrügger und Nadine Klingeberg am Wochenende mit der Hilfe hunderter Kunstfreunde und Förderer ein sonniger Mammut-Kraftakt, der abermals Akzente setzte und in der Region und darüber hinaus noch lange nachhallen wird.

Ralf Zlatar stellte im Salzwedeler Bahnhof salzige Miniaturskulpturen zum Thema „Land in Sicht“ aus.

Bereits drei Mal hatten sie sich warm gelaufen, doch die nunmehr vierte Auflage von „Wagen und Winnen“ übertrifft die Vorgänger-Events noch einmal um Längen, wie schon zum Auftakt am und im Salzwedeler Bahnhofsgebäude deutlich wurde.

90 Künstler zeigten insgesamt, aber an 19 Orten und bei 26 Ausstellungen, welches Kunstpotenzial in der Region steckt. Schon der Auftakt am Bahnhofsgebäude, das Eigentümer Christian Schulz uneigennützig zur Verfügung stellte, war im wahrsten Sinne ein Paukenschlag: Die Trommelgruppe „Takadimi“ schickte zum Auftakt des Festivals die Töne über die nahen Gleise und in die drei Etagen des Bahnhofshauses, wo die Künstler Bilder, Skulpturen oder Installationen zeigten.

Anja-Claudia Pentrop eröffnete ihren Kunstkiosk im Bahnhof.

Die Töne des Events lockten Kunstfreunde aus allen Winkeln der Republik an: Henning Eberding vom Kunsthof Oschersleben reiste 130 Kilometer aus der Börde an. Anne Sevenich, die eine Plexiglas-Installation auf dem Dachboden zeigte, kam aus Dresden. Ralf Zlatar ist derzeit Gast im Ökodorf Siebenlinden. Er stellte Miniaturskulpturen zum Thema „Land in Sicht“ aus. Einen kleinen Verbindungssteg aus Salzstangen und Gorleben-Salz legte er als Brücke an.

Egal ob die „Schrottismus-Kunst“ von Silvio Runge, die Klänge von „Vladi Wostock“, DJ Django Kowalczyk, „Pump Club“ oder der Poetry Slam – dieses Festival inspirierte am Wochenende hunderte Kunstfreunde von Salzwedel bis nach Kunrau und von Dahrendorf bis nach Fleetmark und Priemern.

Nach kurzer Rast in den Herbergen am Dahrendorfer Weingarten, im Zeltlager Depekolk oder im duftenden Heu in Benkendorf ging es am Sonntag bei bestem Wetter mit dem Event weiter. „Die Einnahmen der Tombola kommen einem gemeinnützigen Zweck zu Gute“, betonte Mitinitiatorin Nadine Klingeberg.

Von Kai Zuber

Kommentare