Krankenhaus nimmt Energieversorgung mit Avacon Natur als Kooperationspartner in eigene Hände

Klinikum in Salzwedel heizt Patienten ein

+
Die Lüftungshaube wird auf das neue Blockheizkraftwerk am Altmark-Klinikum gesetzt.

Salzwedel. Rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom werden jedes Jahr im Altmark-Klinikum in Salzwedel benötigt. „Davon werden wir künftig 1,6 Millionen Kilowattstunden selbst erzeugen“, freute sich gestern Marco Staud.

Der Technische Leiter des Klinikums überwachte das Aufstellen eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) auf dem Gelände an der Brunnenstraße. Und das soll künftig den Energiebedarf des Krankenhauses zu großen Teilen decken.

Allein der benötigte Strom würde ausreichen, um 500 Haushalte zu versorgen. Beim Wärmebedarf wären es 250 Haushalte bzw. drei Millionen Kilowattstunden. Das neue BHKW schafft mit seinem Erdgasmotor, der mit 90 Prozent Wirkungsgrad arbeitet, eine elektrische Leistung von 250 Kilowatt und eine Wärmeleistung von 268 Kilowatt.

Damit das Klinikum mit der eigenen Anlage auch im Sommer, wenn nicht so viel Wärmemeenergie gebraucht wird, auf voller Leistung fahren kann, um den benötigten Strom zu erzeugen, kann überschüssige Wärme ins Fernwärmenetz der Avacon eingespeist werden.

Deshalb sind beide Unternehmen eine Kooperation eingegangen. „Es würde zu viel Wärme entstehen, die wir im Sommer nicht loswerden, sodass ein wirtschaftliches Betreiben nicht möglich wäre“, erklärte Marco Staud. Und konstatiert: Selbst Bauherr des BHKW zu sein, wäre für das Altmark-Klinikum wirtschaftlich nicht tragbar. Staud rechnet mit einer jährlichen Energiekostenersparnis von 170 000 Euro. Erfahrungen hat er damit bereits am Krankenhaus-Standort Gardelegen gemacht. Dort läuft bereits seit anderthalb Jahren ein eigenes BHKW und spart pro Jahr 120 000 Euro ein. Apropos Einsparung: Das neue Kraftwerk sorgt auch dafür, dass 380 Tonnen CO2 pro Jahr weniger in die Salzwedeler Atmosphäre geblasen werden.

Avacon-Projektleiter Martin Brandes von der Avacon Natur stellte gestern das BHKW in Salzwedel mit seinen Mitarbeitern auf. Die vorgefertigten Teile waren in der Nacht zuvor auf Tiefladern gebracht worden. Für die Montage, bei der ein Schwerlastkran eingesetzt wurde, musste der Hubschrauberlandeplatz des Klinikums gesperrt werden. „Wir haben deshalb nur bis 18 Uhr Zeit“, machte Brandes Tempo.

Zunächst wurde das Modul für den Erdgasmotor aufgebaut, in das dann das Triebwerk selbst hineingehievt wurde. Zuletzt wurde die Lüftung wie eine Dunstabzugshaube auf das Maschinenhaus gesetzt. Die Planungen für das BHKW gehen bereits auf das Jahr 2013 zurück. Im März dieses Jahres fiel die Entscheidung für dieses Modell, das ab 1. Januar in Betrieb gehen soll. Dazu müssen noch rund 100 Meter Fernwärmeleitung installiert und etwa 1500 Meter Kabel auf dem Krankenhausgelände verlegt werden.

Von Holger Benecke

Kommentare