Bombecker Orgel kann wieder gespielt werden / Einweihungsgottesdienst am kommenden Sonntag

Kirche hat wieder eine Stimme

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Sigrun Pawelzik vor der Bombecker Orgel, die nach Jahren der Stille am Sonntag wieder erklingen wird. Experten haben das Instrument auf Vordermann gebracht und einen neuen Blasebalg eingebaut.

Bombeck. „Wir stehen immer etwas im Schatten der Osterwohler Kirche, das ist schade“, meinte Sigrun Pawelzik vom Bombecker Gemeindekirchenrat gestern, als sie der AZ einige Schmuckstücke in diesem Salzwedeler Ortsteil zeigte. Dazu gehört nun auch wieder die kleine Orgel.

Das Instrument ging vor einigen Jahren kaputt. „Sie gab nur noch einen Piepton von sich und der Blasebalg war undicht“, beschrieb die Bombeckerin das Problem.

Als dann der Kostenvoranschlag kam, gab es erstmal einen „Schnupfen“. Über 8000 Euro waren nötig. Für die kleinen Kirche ein Riesenbetrag. Trotzdem hat dies die Einwohner nicht entmutigt. Sie stehen, ob sie in der Kirche sind oder nicht, zu ihrem Gotteshaus. Dies wurde bei einer Spendenaktion 2014 deutlich. „Wir wurden wirklich nirgends abgewiesen. Jeder hat gegeben was er konnte oder wollte“, freut sich Sigrun Pawelzik. Über 4000 Euro kamen allein über Spenden zusammen, auch einige Firmen beteiligten sich.

Danach begann ein großer bürokratischer Kraftakt. In diesem Jahr begann dann eine Orgelbaufirma aus Haldensleben mit der praktischen Umsetzung des ehrgeizigen Projektes. Das Instrument wurde auseinandergebaut, gesäubert und repariert. „Wir haben den Hinweis bekommen, die Pfeifen alle zwei Wochen durchzupusten, damit der Staub wieder rauskommt“, erzählt die Bombeckerin. Was fehlt ist ein Organist, der regelmäßig da ist. Salzwedels St. Marien Kantor Roland J. Dyck wird das Instrument am Sonntag, 18. September, erklingen lassen. Der Einweihungsgottesdienst beginnt um 10 Uhr. Im Anschluss gibt es Kaffee und Kuchen. In der gemütlichen Runde können sich Interessierte natürlich mit den Orgelexperten austauschen.

Vielleicht geht es auch um künftige Baumaßnahmen. Denn die historischen Wandmalereien verschwinden immer mehr. „Wir können nur den Ist-Stand erhalten“, unterstreicht Sigrun Pawelzik. Um zu vermeiden, dass noch mehr bröckelt, könnten die Wände mit Kalk konserviert werden, bis eine Restauration finanzierbar ist. Auch der Taufengel kann derzeit nicht vorgezeigt werden und müsste von Experten auf Vordermann gebracht werden. „Mal sehen, ob wir das alles schaffen“, ist die Bombeckerin skeptisch.

Von Christian Ziems

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