Anklage wegen Beleidigung, Nötigung, Körperverletzung und Widerstand gegen die Polizei

Pöbelnder Angeklagter in Salzwedel: „Keine TV-Gerichtsshow“

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Amtsgericht Salzwedel.

klü Salzwedel. „Ich habe sie nicht geschlagen“, ereiferte sich der 53-jährige Angeklagte. Wegen Beleidigung, Nötigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Polizeibeamte musste sich der gelernte Maurer vor dem Amtsgericht verantworten.

Vorausgegangen war ein Streit im Januar zwischen dem Angeklagten und seiner Freundin. „Wir sitzen hier, weil ich ihr keinen Wein für 1,49 Euro mitbringen wollte. Da war sie sauer und hat mich am nächsten Tag angezeigt, ich hätte sie geschlagen“, so der Arbeitslose. Das 53-jährige Opfer gab an, von ihrem Exfreund mit der flachen Hand und mit der Faust gegen den Kopf geschlagen worden zu sein. „Später hat er mir dann gedroht, dass er mich mit dem Beil erschlägt, wenn ich die Anzeige nicht zurückziehe“, so die 53-Jährige. Immer wieder musste Richter Klaus Hüttermann den fünffachen Vater zur Ordnung rufen, der lauthals gegen seine Exfreundin pöbelte. „Wir sind hier nicht in einer TV-Gerichtsshow“, so Hüttermann.

„Die Geschädigte erschien uns, als würde sie unter Druck stehen, als sie die Anzeige zurückziehen wollte“, erklären die Polizeibeamten. Daher seien sie an dem Abend mit dem Opfer zu ihrer Wohnung gegangen und hätten den stark alkoholisierten Angeklagten – eine spätere Messung ergab einen Wert von 2,52 Promille – in die Obdachlosenunterkunft gebracht. „Ein paar Stunden später sind wir wieder zur Wohnung, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.“

Dort stellen die Beamten fest, dass sich der Angeklagte erneut in der Wohnung befindet. Die 53-Jährige reichte den Polizisten einen Zettel aus dem Fenster, auf dem stand, dass der Angeklagte wieder in ihrer Wohnung wohnen dürfte. „Das soll ich vorzeigen, sonst schlägt er mich“, soll die 53-Jährige gesagt haben. Als die Ordnungshüter „Hilfe“-Rufe aus der Wohnung hören, brechen sie die Tür auf und es kommt zu einem Gerangel mit dem Angeklagten.

Der kann bereits sieben Registereinträge, darunter Diebstahl und Sachbeschädigung, vorweisen. „Diesmal bleibt es bei einer Geldstrafe von 960 Euro, beim nächsten Mal geht es für Sie ins Gefängnis“, fasste Hüttermann zusammen.

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