Interessengemeinschaft Bauernhaus überreicht 1. Preis an Tylsener Kulturverein für „Kuhstall“-Projekt

Kein „hässliches Entlein“ mehr

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Die Tylsener und ihre Gäste sind stolz auf den „Alten Kuhstall“, der mittlerweile zu einem Kultur-Wohnzimmer geworden ist. Im Beisein von Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel (Mitte, schwarze Schuhe) und Ortschef Mathias Schulz (links daneben) heimste der Ortsteil einen weiteren Preis – diesmal von der Interessengemeinschaft Bauernhaus – ab.

Tylsen. „Außen hui, innen pfui“, heißt es oft. In Tylsen ist es beim Projekt „Alter Kuhstall“ aus Sicht der Juroren von der Interessengemeinschaft Bauernhaus (IgB) genau umgekehrt.

Ein Stein als Symbol: IgB-Bundesvorsitzender Stefan Haar (l.) überreichte am Sonntag den Hauptpreis an den Vorstand des Tylsener Heimat- und Kulturvereins.

Aus einem von außen unscheinbar wirkenden, vermeintlich „hässlichen Zweckbau-Entlein“ wurde in den vergangenen Jahren ein quicklebendiger Kulturtreff, der sich deutschlandweit sehen lassen kann.

Und das ist aus Sicht der IgB preisverdächtig, wie es nun hieß. Die Interessengemeinschaft Bauernhaus überreichte vor Ort am „Alten Kuhstall“ den ersten Preis an den Tylsener Kulturverein für ihr „Kuhstall“-Projekt. Dem Haus wurde kulturelles Leben eingehaucht. So kann und sollte aus Sicht der Juroren das Ziel „Erhaltung durch Umnutzung“ aussehen.

16 Einreichungen für den zum zehnten Mal vergebenen Julius-H.-W.-Kraft-Preis gab es laut dem Bundesvorsitzenden der IgB, Stefan Haar. 3000 Euro Preisgelder wurden insgesamt vergeben. 1500 Euro sahnte am Sonntag nun der Tylsener Kulturverein ab, 1000 Euro gingen nach Nordrhein Westfalen für die Umnutzung einer Scheune, und ein Sonderpreis in Höhe von 500 Euro ging nach Gifhorn.

Jurysprecher Prof. Henning Bombeck würdigte in seiner Laudatio die Bewältigung der „scheinbar unlösbaren Aufgabe“ des 135-Einwohner-Dorfes und des Heimat- und Kulturvereins Tylsen zum Erhalt des „Kuhstalls“. In Gegenwart von Eigentümer Jörg Hirsch, dem Vereinsvorstand und Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel betonte er, wie bedauerlich es vielerorts sei, dass alte, überdimensionierte Wirtschaftsgebäude nach und nach aus den Ortsbildern verschwinden. „Sie treten oft aus der öffentlichen Wahrnehmung hinter Gutshaus und Kirche zurück. In Tylsen ist das anders“, so Bombeck, der auch die Gelegenheit nutzte, um das nahegelegene gleichnamige Dorf zu besichtigen. Der Inhaber des Lehrstuhls für Siedlungsgestaltung an der Uni Rostock bezeichnete den „Kuhstall“ als „Juwel des dörflichen Miteinanders“ und als „gemeinsames Tylsener Wohnzimmer“.

Von Kai Zuber

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