Salzwedeler Konzept wird ein Jahr alt: Passiert ist bisher nichts

Kein Geld für Sportler

+
Das Werner-Seelenbinder-Stadion aus der Vogelperspektive. Dort könnten Kunstrasenplätze entstehen. Doch der Stadt fehlt das Geld, um das Sportstättenkonzept umzusetzen.

Salzwedel. 39 Vereine mit rund 4000 Mitgliedern gibt es in der Einheitsgemeinde Salzwedel. Für die Ehrenamtlichen wurde ein Sportstättenkonzept erstellt. Dies konnte am 12. März 2015 vorgestellt werden.

Während es im Vorfeld viele Diskussionen um die veranschlagten Kosten von 50 000 Euro gab, ist seit der Präsentation nichts mehr passiert. Stadtsprecher Andreas Köhler erklärte auf AZ-Nachfrage, dass es an den nötigen finanziellen Mitteln mangelt. Fördermittel sind ebenfalls keine in Sicht. Auch für 2016 wurde bislang nichts eingeplant, mit dem das umfangreiche Papier wenigstens zum Teil in die Praxis verwandelt werden könnte.

Allerdings waren sich die Mitglieder des Sozialausschusses bereits während der Präsentation sicher, dass der Bau einer Drei-Felder-Turnhalle für Salzwedel finanziell wohl grundsätzlich nicht zu stemmen sei. Stefan Eckl, der das Konzept erstellte, empfahl aber genau dies. Das von ihm aufgeworfene Problem: Direkt in Salzwedel gebe es einen Mangel an Sportstätten, auf den Dörfern hingegen kaum.

Um eine neue Halle, die mehrere Millionen Euro kosten würde zu umgehen, gab es von Stefan Eckl einen Alternativvorschlag. Und zwar der Bau von zwei Kunstrasenplätze. Für jede dieser Konstruktionen müsste rund 800 000 Euro aufgebracht werden. Auf den Kunstrasenflächen könnten Fußballer auch im Winter spielen, in den vorhandenen Hallen wäre dann mehr Platz für andere Sportarten. Die Idee, die Kollwitz-Halle nach dem Neubau am Gymnasium trotzdem weiter zu nutzen, ist inzwischen überholt. Dort werden auch in den nächsten Jahren Flüchtlinge untergebracht.

In dem Konzept wird zudem moniert, dass die vorhandenen Gebäude nicht immer der Deutschen Industrie Norm entsprechen. So sei das Objekt an der Jenny-Marx-Schule für eine Ein-Felder-Halle überdimensioniert. Anderes Beispiel: Die Turnhallen in Henningen und Pretzier wurden als zu klein eingestuft. Während der Präsentation hieß es, bei beidenen kommunalen Objekten handelt es sich um „bessere Gymnastikräume“.

Von Christian Ziems

Kommentare