Neue Schülerfirma an der Jeetze-Schule gegründet / Keine Berührungsängste

Jungimker starten durch

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Peter Menk präsentiert erste Erträge. Neben Honig werden auch Kerzen aus eigenem Wachs verkauft.

Salzwedel. Das jährliche Sommerfest der Jeetze-Schule gilt als Abschluss des Schuljahres. Chor und Schulband singen, Projekte werden vorgestellt und für neue Schüler und ihre Eltern bleibt Zeit, sich umfassend zu informieren. Doch diesmal war das Abschlussfest gleichzeitig eine Eröffnungsfeier.

Jens Winter (l.) und drei Nachwuchsimker präsentieren stolz die Gründungsurkunde, die Susanne Pilz zuvor überreichte. Fritz Reising kam als Vertreter der Karin-Witte-Stiftung, durch die für die Truppe Imkerschleier erworben werden konnten.

Denn während der Eröffnung wurde feierlich eine Gründungsurkunde übergeben. „Die neue Schülerfirma an der Jeetze-Schule ist die erste in Sachsen-Anhalt, die offiziell Imkerei betreibt“, verkündete Susanne Pilz von der Landeskoordinierungsstelle für Schülerfirmen. Die Organisation und Verantwortung für das Projekt hat sich der stellvertretende Schulleiter Jens Winter, selbst leidenschaftlicher Hobbyimker, auf die Fahnen geschrieben. Denn seit er 2012 an die Einrichtung kam, gibt es auch die gelben Arbeitstierchen. „Früher hab ich erst nur ein Bienenvolk mit in die Schule gebracht“, erinnert sich Winter. Doch nun kümmern sich fünf Schüler und eine Schülerin aus den Klassen fünf und sechs um insgesamt vier Völker.

Die beiden Wirtschaftsvölker sowie zwei Jungvölker wohnen in einem Bienenwagen in der hintersten Ecke des Schulhofes. „Den Wagen haben wir vom Imkerverein aus Salzwedel für einen symbolischen Euro bekommen“, zeigt sich Jens Winter dankbar.

Jaimee Muriel Schewando, Elisa Hohenstein und Lilly May Scotland informierten beim Sommerfest über gesunde Ernährung.

Schüler, die vermehrt über Bienenstiche klagen, gibt es bisher übrigens nicht. „Jedes Bienenvolk ist anders, aber diese hier sind sehr friedlich“, weiß der Fachmann. Die kleinen Nachwuchsimker haben allerdings schon einige große rote Beulen hinnehmen müssen. Dann nahte Hilfe von der Katrin-Witte-Stiftung: Von der gab es nämlich jetzt Schleier, die zum Schutz übergezogen werden können. Trotz des einen oder anderes Pieckser: Berührungsängste sind den Kindern nicht anzumerken. Sie freuen sich eher. „Früher standen auf der anderen Seite des Zaunes Jugendliche mit ihren Handys. Seit die Bienen da sind, sind die verschwunden“, sagt der kleine Peter Menk lächelnd. Zu den Aufgaben der kleinen Imker gehört aber nicht nur Honig zu ernten. „Als kleine GmbH gehört auch Buchführung dazu. Und auch sonst das Selbststudium zum Thema Bienen“, erklärt Jens Winter.

Beim Sommerfest konnte die siebenköpfige Gruppe schon erste Erträge vorweisen und verkaufen. Insgesamt 14 Kilo Honig konnten beim ersten Schleudern erzeugt werden. Das reichte für zirka 20 Gläser Honig. „Die nächste Schleuderung soll in den Sommerferien erfolgen“, blickt Winter voraus.

Von Melanie Friedrichs

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