Kompromiss zum Arendsee-Express: Aus sieben Fahrten werden ab Januar vier

Von der Jeetze an die Elbe: 200er wird abgespeckt

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Den 200er Bus, den so genannten Arendsee-Express, wird es 2015 weiterhin geben, aber in abgespeckter Version. Nach Wittenberge werden morgens zwei Touren ständig gefahren, abends fungiert der Bus als Rufbus zwischen Seehausen und Wittenberge.

Salzwedel/Arendsee. Es soll ein guter Kompromiss sein: Er sieht vor, dass auf der Strecke Salzwedel-Wittenberge die zur Zeit noch sieben ständigen Fahrtenpaare auf vier Fahrtenpaare reduziert werden.

Darauf verständigten sich nun die Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt, die Personenverkehrsgesellschaft und das Innovations- und Gründerzentrum Salzwedel. Die Änderung: Konkret sollen mit dem Fahrplan vormittags zwei ständige Fahrtenpaare und abends zwei Fahrtenpaare als Rufbusse angeboten werden. Also nicht, wie vor Wochen angekündigt, vier Fahrtenpaare. Heißt: Sitzt bei den beiden Abendfahrten in Seehausen niemand mehr im Bus, der bis Wittenberge möchte, fährt der Bus auch nicht an die Elbe. Es sei denn, ein Fahrgast hat vorher „den Rufbus von Wittenberge geordert“, wie Ronald Lehnecke, Chef der PVGS, auf Nachfrage der AZ erklärt. Das Rufbussystem sei aber den meisten Nutzern des Busses bekannt, sagte er. In dem neuen Fahrplan werde es ausreichend Hinweise dazu geben.

Betont wurde in einem Papier, das am Mittwoch dem Kreisbau- und Wirtschaftsausschuss vorlag, dass es dem Gremium wichtig war, dass speziell zu den Fern- und Regionalexpresszügen Richtung Hamburg und Berlin Anschluss geschaffen wird.

Bei der Nasa hatte es zwischenzeitlich Überlegungen gegeben, die Strecke des 200ers aus dem Programm zu nehmen. 20 Fahrgäste am Tag seien zu wenig. Die PVGS und das IGZ habe dem immer wieder widersprochen, heißt es weiter – weil das Angebot der 200er Busses „ein wichtiger Beitrag zur Daseinsvorsorge“ sei. Mit dem Bus würden Mobilitätsunterschiede zwischen Stadt und Land ausgeglichen, da für Bürger des Altmarkkreises der Anschluss an Berlin und Hamburg gewährleistet wird. Außerdem hätten 2013 insgesamt 7135 Fahrgäste den Bus genutzt, was aus Sicht des Altmarkkreises „nicht zu vernachlässigen“ ist. Und weiter: Der Bahnhof Seehausen sei nicht barrierefrei. Darauf hatte auch die AZ hingewiesen. Das alles habe bei der Nasa zu einem Einlenken geführt. Somit wird die Bedienung der Strecke nicht gänzlich eingestellt, aber eingeschränkt. Doch die Fahrgastzahlen würden weiter beachtet. Das Angebot, zwischen Salzwedel und Wittenberge weiter zu fahren, wird von der Nasa im kommenden Jahr mit 45 000 Euro gefördert, wenn der Altmarkkreis Eigenleistungen in gleicher Höhe erbringt, heißt es in der Information.

Von Harry Güssefeld

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