Sachsen-Anhalt: Mehr Fälle als anderswo / Altmark unterversorgt

In Sachsen-Anhalt sterben mehr an Krebs als anderswo

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(Symbolfoto)

dpa/mei Magdeburg / Altmark. Im nördlichen Sachsen-Anhalt gibt es nur noch einen Onkologen in Stendal. Die Region rund um Salzwedel ist bereits unterversorgt, was Krebsexperten angeht. „Da kommen einige Fragen auf uns zu“, sagt Prof.

Thomas Fischer, Leiter des Tumorzentrums Sachsen-Anhalt, mit Blick auf den heutigen Weltkrebstag.

Krebsexperten seien in Sachsen-Anhalt besonders gefragt, denn jeder vierte Bürger stirbt an Krebs. Das sind mehr als in jedem anderen Bundesland. Deshalb fordert die Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalt den Ausbau von Telemedizin in der Krebstherapie.

Der zunehmende Ärztemangel auf dem Land bedrohe eine qualitative Versorgung von Krebspatienten. Dem Krebsregister zufolge starben im Jahr 2013 insgesamt 8360 Sachsen-Anhalter an Krebs, davon waren 4731 Männer und 3629 Frauen. Laut Statistischem Landesamt verlaufen überdurchschnittlich viele Krebsleiden tödlich. Rund 27 Prozent aller Todesfälle im Jahr 2013 sind demnach auf Krebs zurück zu führen. Jährlich erkranken rund 17.000 Sachsen-Anhalter neu an Krebs. Ein Grund für die hohe Erkrankungsrate hierzulande seien zu wenig Bewegung, zu ungesundes Essen und zu viel rauchen, weiß Fischer. Aber auch die mangelnde Versorgungsstruktur auf dem Land trage zur hohen Krebssterblichkeit bei. Fischer: „Ein fairer Zugang zu innovativen Therapien ist nicht für alle im Land gegeben.“

Die Zukunft sieht die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft in der Telemedizin: Krebstherapie über Videokonferenzen zwischen Haus- und Facharzt und Beratungshotlines seien Wege, die unbedingt vorangetrieben werden müssten, fordert die Krebsgesellschaft. An den Unikliniken im Lande gebe es das bereits, wenn auch nicht flächendeckend. In Sachsen gibt es bereits seit 2010 Krebsdiagnosen via Telemedizin. In Sachsen-Anhalt konferieren bisher nur Experten der Universitätskliniken in unregelmäßigen Abständen miteinander.

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