Milchpreis auf Talfahrt: Altmärkische Landwirte in Existenznot / Punke: „Embargo ist das Problem“

Jede Kuh bringt 1000 Euro Miese

Altmarkkreis Salzwedel. Nach den Milchkrisen von 2009 und 2012 befindet sich der Milchpreis seit gut einem Jahr abermals auf Talfahrt.

Die aktuell von den Molkereien an die landwirtschaftlichen Betriebe ausgezahlten 28 Cent je Kilogramm Rohmilch decken nach Angaben des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt bei weitem nicht mehr die Kosten, die für die Gewinnung des Lebensmittels anfallen. „Grob überschlagen fährt jede Milchkuh zurzeit 1000 Euro Minus pro Jahr ein. Für alle Milchviehhalter in Sachsen-Anhalt kommen so 127 Millionen Euro Verlust zusammen. Wenn der aufwendig produzierte Liter Milch weniger kostet als die Flasche Mineralwasser, stimmt etwas nicht“, erklärte Eberhard Stahr, Vizepräsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt.

Viele der rund 76 500 deutschen Milchbauern müssen um ihre Existenz bangen. Auch im Bereich des Bauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel haben sich zuletzt mehrere Landwirte von der Milchviehhaltung verabschiedet.

Kreisbauernverbandes-Vorsitzender Raimund Punke sieht das größte Problem weniger in der vor gut einem halben Jahr ausgelaufenen Milchquote. Vor allem das russische Import-Embargo für westliche Lebensmittel sorge für Absatzschwierigkeiten und damit fallende Preise.

Von Matthias Mittank

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