20 Jahre voller Gefühle

Familienhof in Salzwedel besteht seit zwei Jahrzehnten

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Die Ehrenamtlichen säuberten am Sonnabend unter anderem die Stühle des Schmiedesaals.

Salzwedel. Baby-Vorfreude-Kurs, Stillgruppe und Veranstaltungen wie „Das Geheimnis glücklicher Kinder“ – verschiedene Lebensphasen werden im Salzwedeler Familienhof begleitet. Und das seit zwei Jahrzehnten.

Dabei gilt seit Anfang an das Grundprinzip: Besucher sollen Erfahrungen austauschen, über Emotionen reden können und Ratschläge bekommen. Familienleben wird von Gefühlen geprägt, die Einrichtung an der Schmiedestraße bietet einen Anlaufpunkt.

„Wir wollen begleiten“, nennt Leiterin Inge Schnöckel einen wichtigen Punkt der Gruppenarbeit. Diese werden von Ehrenamtlichen geleitet, Sozialpädagogen stehen beratend zur Seite. Ein Beispiel für freiwilliges Engagement gab es am Sonnabend. Beim Arbeitseinsatz wurde das Gelände, das seit 20 Jahren genutzt wird, bereits für das anstehende Fest auf Vordermann gebracht. Am 18. Juni heißt es: „So ein Zirkus.“ 2016 bietet auch Gelegenheit um zurück zu schauen. „Die Feste sind mir besonders in Erinnerung geblieben“, unterstreicht Inge Schnöckel im AZ-Gespräch und verweist auf die Kreativität der Ehrenamtlichen.

Seit Beginn leitet sie die Einrichtung. Diese wird von einem Verein getragen, der wiederum zur evangelischen Landeskirche gehört. „Wir haben Freiheit und trotzdem ein Dach über dem Kopf“, beschreibt es die Salzwedelerin. Das zwei Jahrzehnte vergangenen sind, wurde ihr jüngst deutlich. Eine junge Mutter möchte eine Stillgruppe leiten. Sie war bereits vor über 20 Jahren dabei – damals als Baby. „Vor Freude hatte ich fast Tränen in den Augen“, gestand sie am Sonnabend. Die erste Stillgruppe bildete praktisch die „Vorwehe“ für den Familienhof. Zu den weiteren Dauerbrennern gehören der Musikgarten sowie die Kleiderbörsen.

Zu den neuen Herausforderungen zählen zum Beispiel die Familienpaten, die betreut werden. Der Zuspruch der Besucher half den Mitarbeitern auch in schwierigen Zeiten, als unklar war, ob das Land weiter finanzielle Hilfe gibt oder händeringend pädagogischen Fachpersonal gesucht wurde. Inzwischen ist der Familienhof wieder im ruhigen Fahrwasser.

Von Christian Ziems

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