Es sollte mit grenzenloser Musik auf der Grenze beginnen

25 Jahre "Local Heroes": Vier Musketiere für „Lokale Helden“

+
Den „Local Heroes“ haben sie auf die Bühne geholfen (kl. Bild., v.l.): Dieter Herker, Jürgen Kupfer, Michael Wolter und Joachim Mikolajczyk.

Salzwedel. Sie haben unzähligen jungen Menschen den Weg in die Musik geebnet, ihnen auf die Bühne und zum Teil auch zum Erfolg verholfen: Dieter Herker, Michael Wolter, Joachim Mikolajczyk und Jürgen Kupfer – die Helden hinter den „Local Heroes“.

Schon vor der Wende waren sie sich über den Weg gelaufen, als Dieter Herker im Rahmen des kleinen Grenzverkehrs aus dem Westen kam und im Salzwedel der DDR Konzerte im „Hanseat“, dem Kulturhaus und im Park des Friedens besuchte. Kennengelernt haben sich die vier, die sich der Musik verschrieben haben nach dem Mauerfall.

Die Helden hinter den „Local Heroes“.

Damals baute Dieter Herker das „Café Grenzbereiche“ in Platenlaase gerade zum soziokulturellen Zentrum um. Michael Wolter war der ehrenamtliche Hansa-Leiter und Joachim Mikolajczyk der Chef der Konzerthalle Mönchskirche. Jürgen Kupfer, Bandleader, Musikalienhändler, Beschaller und versiert mit allem, was mit Musik zu tun hat, war der vierte Musketier im Bund. Sie wollten eine grenzenlose Feier auf der Grenze organisieren. Auserkoren war eine Wiese bei Bergen – dort sollten die „Weltbeats“ laufen. „Die CDU-Abgeordneten waren dafür, die Grüne Wählergemeinschaft dagegen – die hatten Angst um die Kiebitze“, erinnert sich Joachim Mikolajczyk. Dieter Herker: „Die Bauern dachten, das wird sowas wie Woodstock und drohten, die Felder rund um die ,Weltbeats‘ mit Gülle zu besprühen.“

Dabei waren die Bands schon gebucht. Joachim Mikolajczyk hatte bereits die Verträge mit Engerling und Dekadenz abgeschlossen. Umorganisieren war angesagt und so spielten die „Weltbeats“ in Dannenberg, Hitzacker, Mönchskirche und Kulturhaus in Salzwedel. Und eine Idee war geboren, aus der die „Local Heroes“ entstanden, die Herker, Wolter, Mikolajczyk und Kupfer vor 25 Jahren erstmals auf die Bühne stellten. Die Idee dahinter: Nachwuchsbands einem großen Publikum präsentieren. Damals schickten Kapellen und Solisten Musikkassetten und eine handgeschriebene Biografie ein. 1991 waren es zwischen 20 und 30 Kassetten von Liedermachern und Bands – Folk, Free Jazz, Metal ... alles landete auf dem Tisch des Quartetts und seiner Mitstreiter.

Von Jahr zu Jahr wuchsen die „Local Heroes“. Bewerbungen kamen auch aus anderen Gegenden. Der Bandcontest breitete sich über ganz Deutschland aus. Selbst Tokio Hotel spielte bei den „Heroes“, damals noch als Devilish, ist aber nie in ein Finale gekommen. Dafür wurde die Band bei einem „Local Heroes“-Auftritt im Gröninger Bad in Magdeburg entdeckt, weiß Dieter Herker. „Es waren keine Zwänge da, wir haben einfach gemacht – es war eine spannende Zeit“, erinnert sich Joachim Mikolajczyk an den Beginn der „Local Heroes“.

Von Holger Benecke

Kommentare