„Wir feiern bis zum 30. durch!“

25 Jahre „Local Heroes“: Die Party hat begonnen

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Das Bundesfinale des Bandcontests, der in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, geht am 5. November über die Bühne.

Salzwedel. Noten, Instrumente jedweder Couleur und Rock‘n‘Roll sind die Gewürze des „Local Heroes“. Freundschaften und viele treue Seelen, die für die bunte Mischung des Wettbewerbes stehen und diesem seit 25 Jahren Leben einhauchen. Es heißt ja nicht umsonst: Ihr spielt die Musik!

Teil 3 

2016: Der Bandcontest ist ein Prädikat geworden

Dieter Herker: Er hat die „Lokalen Helden“ vor einem Vierteljahrhundert erfunden und aus der Taufe gehoben.

Ein Anliegen will „Local Heroes“-Chefin Julia Wartmann jedoch nicht aus der Hand geben. Ihr Ziel: „Local Heroes“ soll noch mehr in den Köpfen verankert werden. „Unter den Musikern weiß die Mehrheit, was ,Local Heroes‘ ist“, beschreibt sie den Status quo. Auch in den Medien wäre „Local Heroes“ ein Prädikat. Beim Publikum sei das noch anders. Die Identifikation laufe oftmals über eine bestimmte Band, nicht über „Local Heroes“. Das Bewusstsein dafür, dass es diesen Wettbewerb gebe, fehle.

Auf der anderen Seite hat die junge Geschäftsführerin eine weitere Mammutaufgabe zu bewältigen. Langfristig solle sich „Local Heroes“ über das schon jetzt riesige Netzwerk und nicht allein über den Wettbewerb tragen. Deshalb legt sie ihren Schwerpunkt verstärkt auf den Aspekt (Peer-) Coaching, der sich sukzessive auch bei den Landesveranstaltern durchsetzen soll. Natürlich hofft sie dort auf entsprechende bundesweite Förderungen, um diesen dann auch finanziell unter die Arme greifen zu können.

Darüber hinaus werde es von den jungen Leuten auch vehement eingefordert. Danach gefragt, was diese am meisten am Nachwuchswettbewerb schätzten, kämen fast immer die gleichen Antworten: „Die familiäre Atmosphäre, das gute und ehrliche Feedback der Jury und Coaches und das Essen“, freut sich Wartmann.

Daneben hat Julia Wartmann einen großen Wunsch: Wissenschaft und Praxis passen ihrer Ansicht nach hervorragend zusammen und sollen entsprechend stärker zusammenfinden. Das Netzwerk solle künftig mehr als eine Art Lobby genutzt werden. Das Ziel sei es, das vorhandene immense Wissen auch zu strukturieren. „Ich würde mich freuen, wenn ,Local Heroes‘ auch Ansprechpartner wird, wenn es etwa darum geht, wissenschaftliche Fragen zu klären oder zu erfahren, was sich junge Musikliebhaberinnen und -liebhaber wünschen.“

Ein erster Schritt ist getan. Seit Juni 2016 ist „Local Heroes“ Teil des deutschlandweiten Fellow-Netzwerks des Kompetenzzentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Dort werden kulturpolitisch relevante Fragen diskutiert und die öffentliche Wahrnehmung für diesen Wirtschaftsbereich gestärkt. Insgesamt 100 Organisationen aus der Bundesrepublik wurden dazu berufen.

Videos, Bilder und Konzerte: Die Helden feiern

Auch er unterstützt die „Local Heroes“: Panik-Rocker Udo Lindenberg – hier mit Christina Stürmer.

Zunächst steht nun aber erst einmal das Feiern im Vordergrund: Ab 28. Juni, dem Datum des allerersten Vorausscheids, steht „Local Heroes“ bis zum aktuellen Bundesfinale am 5. November ganz im Zeichen des 25. Geburtstags. „Schon im Vorfeld wurden unzählige Gespräche mit Unterstützern geführt, die ihre Geschichten zu 25 Jahren ,Local Heroes‘ erzählt haben“, berichtet Julia Wartmann. Dazu werden Videos mit Geburtstagsgrüßen und den jeweiligen Geschichten erscheinen.

Obendrein steht eine Geburtstagsparty an der Geburtsstätte im wendländischen Platenlaase an. „Ich habe getrommelt und tatsächlich einen Teil der Bands von damals erreicht. Ich werde versuchen, so viele von ihnen wie möglich am 5. August auf die Bühne im Café ,Grenzbereich‘ zu bringen“, berichtet Dieter Herker. Die ersten Sieger, Jesse James & the perfumed people, wollen in Originalbesetzung antreten.

Damit nicht genug: Zum Jubiläum steht bereits eine Ausstellung in den Startlöchern. Eröffnet wird diese im Landtag von Sachsen-Anhalt. Danach sollen die Bilder, Videos und Exponate auf Wanderschaft gehen – und das am besten über die nächsten Jahre. Macher, Bands und Publikum sind sich einig: „Wir feiern bis zum 30. einfach durch!“

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