Wenn sich nichts ändert...

Islam sei „aufgeklärt“ und „tolerant“

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Der Koran: das Buch des Islams.

Der Islam sei „aufgeklärt“ und „tolerant“, verkündeten die Ahmadi-Muslime Deutschlands in dieser Woche. Sie wollen in den nächsten Tagen eine Aufklärungskampagne in der Altmark starten und deutlich machen, dass sie für weltweiten Frieden eintreten, jede Form von Gewalt verurteilen, zum deutschen Grundgesetz stehen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau fordern.

Wenn alle Muslime das so sehen und leben würden, dann wäre die Welt in Ordnung.

Die Ahmadi-Muslime in Deutschland und in der Altmark wollen die ursprünglichen, friedlichen und fortschrittlichen Lehren des Islam von den Verkrustungen und Irrungen der heutigen Zeit befreien. Es wäre zu schön, wenn ihnen das gelänge.

Aber Skepsis ist angebracht. Mann und Frau im Islam sind nicht gleichberechtigt. Dass der Terror in der Türkei und anderswo nichts mit den Lehren des Islam zu tun hat, müssen die friedlichen Muslime in Deutschland noch viel lauter sagen. Die IS-Terroristen berufen sich auf den Islam, wenn sie den Dschihad, den „Heiligen Krieg“, vollenden, sich und viele Unschuldige unter dem Deckmantel ihrer Religion töten.

Der Islam ist im Grunde eine friedliche Religion. Wenn aber junge Muslime, die in einem arabischen Land vergewaltigt wurden, dafür bestraft werden, dass sie nun nicht mehr jungfräulich in die Ehe gehen, dann kann man keine Akzeptanz für diese Religion erwarten. In vielen arabischen Ländern wird sexuelle, häusliche Gewalt nicht bestraft, werden Elfjährige mit Männern verheiratet, die ihre Eltern aussuchen. Sie haben keine Chance und kein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Beschneidungen, Genitalverstümmelungen sind noch immer an der Tagesordnung und werden verteidigt – auch von Muslimen in Deutschland.

Solange die Muslime ihren Islam nicht selbst reformieren und Auswüchse mit Recht und Gesetz bestrafen, solange werden Aufklärungskampagnen wie die der Ahmadi-Muslime ins Leere laufen und unglaubwürdig bleiben. Solange kein Umdenken stattfindet – auch dahingehend, dass Frauen Bildung zuteil wird, dass sie in Gänze gleichberechtigt sind und ihnen alle Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung zuteil werden – solange wird diese Religion inakzeptabel bleiben.

Was die Ahmadi-Muslime mit ihrer Kampagne erreichen wollen, ist sicher ein guter Ansatz. Aber sie müssen nicht uns überzeugen, sondern ihresgleichen – die Muslime dieser Welt.

Von Ulrike Meineke

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