Drogenplantagen in Salzwedel, Kerkau, Dähre und Wustrewe entdeckt

Illegaler Anbau: Polizei kann Erfolge verbuchen

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Die einstige Diskothek Pumpe wurde zur Drogenplantage. Drei Täter wurden gefasst und standen in Salzwedel vor Gericht. Sie müssen für zwei Jahre und zwei Monate sowie zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis.

Altmarkkreis. Die Zahl der Delikte, bei denen Betäubungsmittel eine Rolle spielen, ist 2015 um 15 Prozent gestiegen. Genau 200 Fälle gab es und damit 67 mehr. „Deshalb ist der Altmarkkreis aber keine Drogenhochburg. Wir haben verstärkt kontrolliert und damit auch mehr entdeckt“, unterstrich Sebastian Heutig, Leiter des Salzwedeler Polizeireviers.

So konnten vier illegale Plantagen im Kreisgebiet entdeckt werden. Bei der größten Anlage in der einstigen Salzwedeler Diskothek Pumpe halfen die örtlichen Polizisten den übergeordneten Dienststellen. Bei drei anderen Fällen waren sie federführend. Die Beamten wurden in Dähre, Wustrewe und Kerkau fündig. Hinzu kommen Anzeigen, bei denen Drogen am Steuer eine Rolle spielen. Dabei handelt es sich überwiegend um Cannabis (102). Dahinter folgen Amphetamine, Crystal Meth und Kokain.

In der aktuellen Statistik, die gestern von Jürgen Faustmann, Leiter der Salzwedeler Kriminalpolizei vorgestellt wurde, wird auch auf „nichtdeutsche Tatverdächtige“ eingegangen. Von den insgesamt 2256 Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern, die eine Straftat begangen haben, sind 180 darunter, die keinen deutschen Pass haben. Der Anteil liegt bei 8 Prozent und ist leicht gestiegen. 2015 waren es 5,4 Prozent und 2013 4,6 Prozent. Zu dieser Personengruppe zählen nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Menschen aus anderen EU-Ländern sowie Touristen. Dabei spielt Diebstahl die größte Rolle. In zwei Fällen ging es in den sexuellen Bereich. Wie Jürgen Faustmann deutlich machte, handelte es sich dabei um unsittliche Berührungen.

Deutlich mehr Ermittlungsbedarf gab es bei Betrug, Unterschlagung und Urkundenfälschung. Auch die Körperverletzungen haben zugenommen (+82). Ein Rückgang konnte beim Raub (-17 Fälle) verzeichnet werden. Die Gesamtzahl der abgeschlossenen Ermittlungsverfahren liegt bei 4855 und ist um 3,5 Prozent gestiegen.

Ein Blick in die Statistik zeigt auch, dass drei Viertel der Straffälligen männlich sind. Der Anteil der heranwachsenden (bis 21 Jahre), jugendlichen (bis 18 Jahre) und Kinder (bis 14 Jahre) nimmt ab. Bei den sehr jungen Altmärkern fallen unter anderem Anzeigen wegen Diebstahl und Körperverletzung ins Gewicht. Das Bestreben, diese Einwohner mit intensiver Betreuung möglichst schnell wieder auf den rechten Weg zu bekommen, fruchte aber. So lag der Anteil der Straffälligen bis 23 Jahre 2006 noch bei 36 Prozent, im vergangenen Jahr waren es 23 Prozent.

Von Christian Ziems

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