Vorbild Rheinland-Pfalz / Jugendboom bei den Brandbekämpfern / AZ fragt bei Verbandschefin Wunderlich nach

Idee: Feuerwehrtechnik als Schulfach

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Schläuche ziehen bald auch in der Schule? In einigen Bundesländern gibt es das bereits.

zu Salzwedel. Feuerwehrtechnik als eigenes Schulfach – gibt es das womöglich bald auch in der Altmark? Manche Schulen in Deutschland bieten dies bereits an.

Immerhin wollen einige Pädagogen und auch Politiker dem anhaltenden Jugendboom bei den Brandbekämpfern gerecht werden. Gleichzeitig soll noch mehr Nachwuchs mobilisiert und fachgerecht geschult werden. Die AZ fragte bei Verbandschefin Karin Wunderlich vom Feuerwehrverband Salzwedel nach. „Ja, der Boom bei unserem Nachwuchs ist ungebrochen. Wir haben derzeit fünf Kinderfeuerwehren und über 30 Jugendwehren. Der Zulauf ist also da“, so Wunderlich. Ihrer Meinung nach sollte ein mögliches Schulfach Feuerwehrtechnik, so wie es das bereits in anderen Bundesländern gibt, aber kein Schnellschuss werden.

Einige Bildungseinrichtungen bieten das Fach „Feuerwehrtechnische Grundausbildung“ bereits an. So zum Beispiel eine berufsbildende Schule in der Nordpfalz und eine weitere im ostfriesischen Norden. Nach 80 Stunden im Schuljahr müssen die 15 bis 18 Jahre alten Schüler eine Prüfung ablegen, die etwa dem Lehrstoff der Grundausbildung bei der Freiwilligen Feuerwehr entspricht.

Verbandschefin Karin Wunderlich würde einen solchen Vorstoß begrüßen, äußert jedoch im Gespräch mit der AZ auch ihre Zweifel: „Wir haben so schon nicht genug Lehrer. Außerdem müssen die Lehrkräfte für den Feuerwehrunterricht speziell in der Feuerwehrtechnik geschult sein“, so die Salzwedelerin.

Die Kinder- und Jugendwehren in Sachsen-Anhalt konnten im vergangenen Jahr einen Mitgliederzuwachs verbuchen: Mit 300 Neuzugängen lag die Zahl höher als die der Austritte. 12 176 Jungen und Mädchen sind Mitglied der Nachwuchstruppen. Das sind 272 mehr als im Vorjahr.

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