Joachim Hoffmann sieht mit seiner Ehrenbürgerwürde alle Aktivisten des Herbst ‘89 gewürdigt

„Ich habe nur meine Pflicht getan“

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Joachim Hoffmann betrat gestern nach 1988 erstmals wieder den Ratssaal in Salzwedel. Damals als Pfarrer der Katharinengemeinde, gestern kam er als Pfarrer i.R. und ging als Ehrenbürger der Stadt Salzwedel. Er trug sich in das Goldene Buch der Hansestadt ein.

Salzwedel. „Ihr Name ist auf immer mit unwiederholbaren Sternstunden mutiger, zukunftsorientierter Salzwedeler und ihrer Stadt in Dankbarkeit verbunden“, hieß es gestern in der Laudatio, die Salzwedels Oberbürgermeisterin Sabine Danicke für Joachim Hoffmann hielt.

Hoffmann wurde gestern Ehrenbürger der Stadt.

Als Pfarrer von St.-Katharinen öffnete er im Oktober 1989 Menschen die Tür, die keinen Raum hatten, wie Danicke betonte. Bereits am 2. September 1989 las Joachim Hoffmann statt der Predigt den Bischofs-Brief – mit der Motivation zur Diskussion, was in der DDR bewahrt und was verändert werden muss. In der alten Lateinschule und in der Kirche fanden die Gesprächskreise ein sicheres Dach. Dass die Menschen, die am 26. Oktober in die Kirche kamen, aus der alten Postgaststätte heraus beobachtet wurden und dass die Kampfgruppen im Birkenwäldchen postiert waren, daran erinnerte Danicke auch. In seiner Dankesrede erklärte Hoffmann, dass er als Pfarrer sich etwas erlauben konnte, was anderen nicht möglich war. Und deshalb habe er auch so viel Achtung vor den Menschen, die mehr riskierten als er. „Nur wer seine Angst besiegt, ist unbesiegbar“, sagte er und unterstrich, dass er mit seiner Ehrung alle aus dem Herbst 1989 geehrt fühlt, die sich widersetzten. Mut sei nach wie vor gefragt, eine Demokratie könne schnell verloren gehen und einem totalitären System weichen. Hoffmann bezeichnete das Wendejahr als „phantastische Zeit, eine Zeit voller Wunder“ – denn die seien auch manchmal nötig.

Von Harry Güssefeld

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