Angeklagter feuert mit Gasdruckpistole auf Expartner der Freundin / Schläge gegen Polizisten

„Ich habe einfach losgeschossen“

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Ein 27-Jähriger muss sich vor dem Amtsgericht Salzwedel verantworten, weil er mit einer Gasdruckpistole auf einen anderen Mann geschossen haben soll.

klü Salzwedel. „Ja, ich habe auf ihn und auf sein Auto geschossen“, gesteht der 27-jährige Salzwedeler vor dem Amtsgericht. Aber auch, weil er bei einem Verkehrsunfall Polizisten beschimpfte und bedrohte, musste sich der gebürtige Kasache rechtfertigen.

Im September des vergangenen Jahres war der Angeklagte einem Hilferuf seiner damaligen Freundin gefolgt. Deren Exfreund hatte ihr per SMS gedroht. „Ich wollte nur meine Musikanlage wiederhaben. Und vielleicht bin ich in den Nachrichten etwas grob geworden, aber ich würde nie jemandem etwas tun“, beteuerte der Exfreund (32) aus Clenze vor dem Richter.

Zurück zum Tatabend: Als der Ex-Freund seine Musikanlage abholen wollte, erschien der angeklagte Kasache. Er zog erst einen Schlagstock und dann eine Pistole. Dem Richter erzählte er: „Und dann hatte ich die Waffe in der Hand und habe einfach losgeschossen.“

Mit dieser CO2-Gasdruckpistole, welche mit Stahlkugeln geladen werden kann, schießt der 27-Jährige in einem Hinterhof an der Altperverstraße um sich und trifft den Clenzer an Oberarm, Oberkörper, Hals und Fingern. Zerschießt dabei auch die Scheiben eines dort parkenden Autos. Dann flüchten der Clenzer und seine weibliche Begleitung, werden aber später von herbeigerufenen Polizisten aufgegriffen.

„Als wir dann auch den Angeklagten festnehmen wollten, war dieser alkoholisiert, hat um sich geschlagen, getreten und uns beschimpft“, so die Ordnungshüter. Der 27-jährige Kasache drehte vor dem Richtertisch den Spieß um: „Ich wurde gegen Mülltonnen geschubst, habe mich nur gewehrt.“

Nur ein paar Wochen später fällt er den Beamten jedoch erneut auf. Mit einem Alkoholpegel von 1,91 Promille kommt der Kasache auf der B 190 bei Kläden mit seinem Auto von der Fahrbahn ab und landet im Graben. Seine Versuche, andere Autofahrer anzuhalten, um aus dem Graben gezogen zu werden, schlagen fehl. „Einem Lkw-Fahrer fiel der Alkoholgeruch auf und hat uns verständigt“, so die Beamten. Bei der Unfallaufnahme stellen sie fest, dass der 27-Jährige zu dieser Zeit keinen Führerschein hatte. Statt Einsicht zu zeigen, pöbelt der Angeklagte die Beamten an, während er dabei weiter seine Mischung (Whiskey-Cola) trinkt.

Während der Blutentnahme im Klinikum reißt sich der 27-Jährige die Kanülen aus dem Arm und setzt zur Flucht an. Die Polizisten haben ihn danach fixiert und nach der Blutentnahme einen Platzverweis für das Krankenhaus ausgesprochen. Der Kasache kam trotzdem zurück: „Ich wollte eine Bescheinigung darüber haben, wie oft mich die Ärzte bei der Blutentnahme gepiekst haben.“ Den Cops reihte es, der Mann wanderte in die Ausnüchterungszelle.

Die Verhandlung gegen den 27-Jährigen wird am Dienstag, 13. September, ab 13.15 Uhr im Salzwedeler Amtsgericht fortgesetzt.

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