Silbermedaillen-Gewinnerin Lisa Unruh mit Wurzeln in Salzwedel / Oma Era freut sich mit Enkelin

„Ich war so aufgeregt“

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Era Unruh fieberte am Fernseher mit ihrer Enkelin mit. Von Runde zu Runde stieg die Aufregung, ehe sich am Ende ein Medaillentraum erfüllte.

Salzwedel / Rio. „Ich war so aufgeregt und bin so stolz. “ Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hat die gebürtige Berlinerin Lisa Unruh die Silbermedaille im Bogenschießen gewonnen.

In Salzwedel hat Oma Era vor dem Fernseher mitgefiebert und sich am Ende natürlich riesig über den großen sportlichen Erfolg ihrer Enkeltochter gefreut.

Die Berlinerin Lisa Unruh gewann bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Silbermedaille im Bogenschießen.

Lisa Unruh hat in Brasilien die erste Medaille für die deutschen Bogenschützen in der Olympia-Geschichte gewonnen. Dieser historische Erfolg war nach dem Vorkampf noch nicht abzusehen, denn mit 640 Ringen belegte die 28-Jährige Platz 21. Die besten 64 Schützinnen traten anschließend zur K.o.-Runde an. Dort schaltete Lisa Unruh mit enormer Nervenstärke nacheinander Leidy Brilo (Venezuela / 6:4), Gabriela Bayardo (Mexico / 6:4), Cao Hui (China / 6:2) und Tan Ya-tuig (Taiwan / 6:5) aus und erreichte damit das Semifinale. Nun ging es gegen Alejandra Valencia (Mexico) um den Finaleinzug. Lisa siegte 6:2 und hatte damit Silber sicher. Zwar ging anschließend das Finale gegen die Südkoreanerin Chang Hye-jin mit 2:6 verloren, doch auch mit Silber konnte die amtierende Hallen-Weltmeisterin äußerst zufrieden sein.

„Zunächst hat mich mein Sohn Günther informiert, weil im Fernsehen noch nichts gezeigt wurde, es Ergebnisse nur im Internet gab. Erst ab dem Viertelfinale konnte ich meine Lisa im Fernsehen verfolgen. Sie war so ruhig, während bei mir die Anspannung von Runde zu Runde immer mehr stieg“, blickt Era Unruh zurück. Und auch der Bekanntenkreis der Rentnerin fieberte mit. „Ich bekam viele Anrufe, alle haben sich für Lisa gefreut“, so die stolze Oma, die bis in die Nacht hinein die Berichterstattung verfolgte und beim abschließenden Interview eine rundum glückliche Enkelin sah.

Era Unruh verfolgt genau die Laufbahn ihrer Enkelin, die in Berlin einst als Schwimmerin an die Sportschule kam. Dort stagnierten irgendwann die Leistungen, Lisa wechselte dann zu den Bogenschützen. Mit Erfolg, wie zahlreiche Titel- und Medaillengewinne seit 2007 bei Welt- und Europameisterschaften beweisen.

Bei einem Wettkampf ihrer Enkelin war Era Unruh aber noch nicht live dabei. Daher nimmt sie gerne den Hinweis auf, dass in Salzwedel die WSG „Jenny-Marx“ in jedem Jahr den Jeetze-Pokal ausrichtet und bei diesem Bogensport-Turnier auch schon Mitglieder von Lisas Heimatverein BSC BB Berlin am Start waren. „Wenn sie aus Rio zurück ist, muss ich ihr das erzählen. Vielleicht hat sie ja Zeit und startet hier.“ Am 16. Oktober steigt die 26. Auflage dieses Turniers in der BBS-Halle, und es wäre eine tolle Sache, wenn die Macher der WSG, Gustav Körtge und Andreas Benkert, dort die erfolgreichste Bogenschützin Deutschlands begrüßen können und Oma Era auf der Tribüne mitfiebert.

Von Renee Sensenschmidt

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