Regen und Sturm in Scheeßel mit Happy End

„Hurricane“-Festival: Ausgelassene Stimmung trotz Schlammschlacht

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Die Band Deichkind gab am Sonntag mit ihrem Auftritt dem Publikum das Motto des Abends vor: „Leider geil!“

Scheeßel. Ein „Hurricane“-Festival wie in diesem Jahr hat es wohl noch nie gegeben: Wassermassen von mehr als zehn Millionen Litern auf dem Konzertgelände, Bandausfälle am Freitag sowie eine Komplettabsage der Konzerte am Sonnabend.

Insgesamt 50 Prozent der angekündigten Bands konnten nicht auftreten.

Bereits am Donnerstag spielte die Band Großstadtgeflüster, und auch Romano brachte die Besucher ordentlich in Schwung. Vor allem bei seinem Song „Klaps auf den Po“ bebte das Zelt. Es gab da bereits erste Unwetterwarnungen.

Doch am Freitag dann das große Übel: Die Band Schmutzki (ehemalige „Local Heroes“-Gewinner) mussten ihre Gitarren wieder einpacken. Starkregen und Sturmböen sorgten dafür, dass die Festivalgänger das Gelände für zwei Stunden verlassen mussten, um in ihren Autos Platz zu nehmen. Somit fand das Programm am Freitag mit Verspätungen statt. Höhepunkt war ohne Zweifel der heißblütige Auftritt der Berliner Band Rammstein.

Auch am Sonnabend machte das 20. Hurricane-Festival mit Regen und Schlamm seinem Namen alle Ehre. Viele Besucher nahmen die Schlammschlacht aber mit Humor, und die Gummistiefel waren immer mit dabei. Besonders beliebt waren das Surfen auf der Dixi-Toilettentür, Angeln und Schlammrutschen auf dem Campingplatz.

Trotz schwerer Wasserschäden gelang es dem Veranstalter dann, das Gelände im Laufe der Nacht von Sonnabend auf Sonntag soweit trockenzulegen, dass die Konzerte am Sonntag wie geplant stattfinden und die rund 60 000 Besuche alle Bands genießen konnten. Die Hamburger Band Deichkind gab dann mit ihrem Konzert das Motto des Tages vor: „Leider geil!“ „Unser Festivaljubiläum hatten wir uns anders vorgestellt“, zeigte sich Folkert Koopmans, Veranstalter und Geschäftsführer von FKP Scorpio, zerknirscht.

Nachdem am letzten Festivaltag alle Bands auftreten konnten und eine durch und durch ausgelassene Stimmung herrschte, fiel das abschließende Fazit des „Hurricane“ dennoch vergleichsweise positiv aus. „Alle Beteiligten sind bestmöglich mit der Situation umgegangen, und wir bedanken uns bei allen Helfern, die sich absolut vorbildlich verhalten und die Nacht durchgearbeitet haben. Ohne diese Bereitschaft hätte das heute nicht so ausgesehen. Großes Kompliment. Das habe ich so noch nie gesehen“, gab Stephan Thanscheidt, ebenfalls Geschäftsführer des Veranstalters, zu Protokoll.

Die Band Mumford & Sons bildete mit ihrem Konzert und rockigen Folk-Melodien den krönenden Abschluss des 20. „Hurricane“-Festivals. Der Termin für das 21. „Hurricane“ im nächsten Jahr steht bereits fest.

Von Bernd Zahn

„Hurricane“-Festival in Scheeßel

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