Ein Anker wird gebraucht

Der Hohe Chor droht herabzustürzen

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Gemeindekirchenrat Dr. Frieder Oßwald (2.v.l.) freute sich, als der Westflügel gerettet wurde. Nun droht Gefahr im Osten: Das Gewölbe des Hohen Chores könnte schon bald einstürzen.

Salzwedel. Das „Dach der Wende“ hat zwar der DDR getrotzt, doch nun droht es regelrecht auseinanderzubrechen. So besteht die Gefahr, dass der Hohe Chor einstürzen kann.

Geschehe dies, würden die Bleiglasfenster der Katharinenkirche und der Altar ebenfalls zerstört werden, ist Gemeindekirchenrat Dr. Frieder Oßwald zutiefst beunruhigt.

Am Sonntag wurde im Gotteshaus noch der 26. Oktober 1989 – der große Tag für den Beginn der friedlichen Revolution in Salzwedel – gefeiert, nun warnt Katharinen-Architekt Jan Bodenstein vor der großen Gefahr.

„Wir haben uns an Katrin Kunert gewandt. Die Bundestagsabgeordnete hat uns schon einmal geholfen“, erinnert Oßwald daran, das die Linken-Politikerin Geld zur Rettung des absackenden Westflügels von St. Katharinen besorgte. Doch kaum ist die Gefahr im Westen gebannt, droht sie nun im Osten des Gotteshauses.

Die Rettung: Der Hohe Chor könnte mit einem Anker zusammengehalten werden. Das würde ein Auseinanderbrechen dieses Kirchenteils verhindern, schilderte der Architekt gestern der Bundestagsabgeordneten, die sich die Situation vor Ort ansah. Kunert versprach erneut, zu helfen.

Rund 400 000 Euro sind für den Anker um den Hohen Chor notwendig. Dafür will die Kirchengemeinde sammeln. „Zudem hoffen wir auf Bundesmittel mithilfe von Katrin Kunert“, sagt Frieder Oßwald. Auch bei Lotto-Toto wolle man noch einmal anklopfen, bevor in Sankt Katharinen „das Gewölbe herunterkommt“, blickt Kirchenrat Frieder Oßwald sorgenvoll nach oben.

Von Holger Benecke

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