Allein im fremden Land: Jugendamt übernimmt in den meisten Fällen die Vormundschaft

Hilfe für minderjährige Flüchtlinge im Altmarkkreis

Altmarkkreis. Im Altmarkkreis Salzwedel leben derzeit 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Sie sind also ohne Erziehungsberechtigte in Deutschland. Diese werden auf die einzelnen Einrichtungen im Kreis verteilt.

Jugendamtsleiterin Jutta Peissig informierte den Jugendhilfeausschuss darüber, dass die meisten Mädchen und Jungen derzeit in Heimen im Kreisgebiet untergebracht sind.

Zwei 17-Jährige sind bereits mit älteren Männern aus ihrer Heimat verheiratet (Syrien und Iran). Dabei handele es sich aber nicht um Scheinehen. Die Ehen sind in den Ländern nach dortigem Recht geschlossen worden. In Deutschland dürfen Minderjährige ab 16 Jahre ebenfalls heiraten. Dem müssen nicht nur die Eltern zustimmen. Familiengerichte prüfen zum Beispiel die geistige Reife.

Bei einem Flüchtlingspaar hat der Mann die Vormundschaft übernommen. Der Fall wird noch geprüft. Bei den übrigen 43 Minderjährigen ist das Jugendamt noch mehr in der Verantwortung. Neben Heimen haben Pflegefamilien Minderjährigen aufgenommen. Die jungen Flüchtlinge kommen überwiegend aus Syrien und Afghanistan (jeweils 20). Die weiteren Länder: Somalia, Pakistan, Iran und Irak.

Jutta Peissig geht davon aus, dass die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen im Altmarkkreis weiter steigen wird. Und zwar auf bis zu 65 Mädchen und Jungen. „Die Entwicklung ist nicht so rasant wie in den vergangenen Monaten“, so Ausschussvorsitzender Uwe Hundt.

Von Christian Ziems

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