Salzwedeler Feuerwehr kämpfte gestern immer noch gegen Sturmschäden vom Wochenende

Große Äste – große Gefahr

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Christian Dauenheimer (kl. Bild, l.) und Thomas Trittel fuhren am Kronsberg im Drehleiterkorb zu Baumkrone, um den dort hängenden Ast an die Seilwinde anzulaschen. Kevin Hagner (v.l.), Michael Müller und Kevin Koschwitz sicherten und schlugen die Slipleine an.

Salzwedel. Strahlender Sonnenschein, brütende Hitze und die Salzwedeler Feuerwehrleute kämpfen noch immer mit Nachwirkungen der Unwetter vom Wochenende.

Während die Wetterfrösche für gestern Abend die nächste Gewitterfront prognostizierten, sägten, zogen und huckten die Ehrenamtlichen dicke und dünne Äste im Stadtgebiet.

Hartmut Meyer packte gestern zu. Der Baum vor seinem Haus, Schillerstraße 25, hatte beim Umstürzen das Dach vom Eigenheim seiner Nachbarin ramponiert.

An etlichen Stellen hingen noch teils mächtige Äste in den Bäumen, die drohten, eine Gefahr für Fußgänger, Radler und Autofahrer zu werden, wenn sie herunterstürzen würden. So hatte ein Kronsberg-Anwohner am Montagabend am Dumme-Ufer vor der Renaturierungsbaustelle einen großen, abgebrochenen Ast entdeckt, der noch in der Baumkrone auf anderen Ästen lag. Der Mann alarmierte gegen 20.20 Uhr die Feuerwehr. Eine neun Mann starke Truppe rückte mit Rüstwagen und Drehleiter an, um die Gefahr zu beseitigen. Mehrere Anläufe waren nötig, um das sperrige und verkeilte Geäst von der Größe eines hochgewachsenen Gartenbaumes mittels Seilwinde aus der Baumkrone zu ziehen.

Kaum war dies bewältigt, wurden die Männer an die Kreisstraße 1376 gerufen. Bei Böddenstedt drohte ebenfalls ein großer Ast auf die Straße zu stürzen. Anschließend nahmen die Brandschützer auf dem Rückweg zum Depot noch einen weiteren Ast, der den Verkehr auf der Brückenstraße gefährdete mit.

Gegen 23 Uhr war die Sturmschadenbeseitigung beendet. Vorerst. Denn gestern Vormittag ging es gleich weiter: Und wieder waren es Äste, die durch das Wochenendunwetter zu einer Gefahr für Leib und Leben geworden sind, denen die Freiwilligen zu Leibe rückten. Erst am Marschfeld und, als dieser Einsatz bewältigt war, noch am Friedensring.

Gestern zur Mittagszeit war dann auch das geschafft. „Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir wegen des Wochenendunwetters ausgerückt sind“, mutmaßt Gerätewart Christian Dauenheimer.

Derweil waren seit Montagfrüh auch die Mitarbeiter des Bauhofes im Stadtgebiet unterwegs, um die Hinterlassenschaft des Unwetters wegzuräumen – neben Grünflächenpflege, Baum- und Pflanzengießen und vor allem mitten in den Vorbereitungen zum Weinfest. Dafür musste auch im Burggarten erst einmal Unwetter-Klarschiff gemacht werden. Nichtsdestotrotz waren die Männer vom Bauhof gestern unter anderem an der Schillerstraße unterwegs und haben dort mit Aufräumarbeiten begonnen.

Von Holger Benecke

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