Stadt richtet auf dem Perver-Friedhof Flächen für verstorbene Muslime ein

Grabstellen werden gen Mekka ausgerichtet

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Ein Teil dieser Fläche wird zu einem muslimischen Gräberfeld umgebaut. Der andere Bereich bleibt leer. Bislang lagen dort Reste von verschiedenen Straßenbauarbeiten aus der Region.

Salzwedel. Was passiert, wenn Menschen mit muslimischen Glauben in Salzwedel sterben? Die Stadt richtet für diese Fälle derzeit eine Fläche auf dem kommunalen Perver-Friedhof ein.

Denn laut aktueller Satzung ist es üblich, dass jeder Mensch, der in Salzwedel gemeldet ist und stirbt, in der Kommune auch die letzte Ruhe findet.

„Das Thema ist sehr emotional. Darum möchte ich betonnen, dass niemand bevorzugt oder benachteiligt wird“, unterstrich Stadtsprecher Andreas Köhler gestern. Auf dem Friedhof gibt es genügend Platz. Derzeit wird eine 200 bis 300 Quadratmeter große Freifläche vorbereitet. Dort entsteht ein muslimisches Gräberfeld, das eingezäunt wird. Zuvor galt es, Bäume zu roden und Reste von Staßenbauarbeiten, die dort gelagert waren, durchzusieben. Friedhofsverwalter Burkhardt Putzker erklärte gestern vor Ort, dass auch Wege geschaffen werden. Die Besonderheit: Verstorbene Muslime können mit dem Gesicht Richtung Mekka beerdigt werden.

Dabei liegen die Toten auf der rechten Körperseite. „Wir haben uns an Stendal orientiert. Dort gibt es bereits muslimische Gräberfelder“, machte Andreas Köhler deutlich. Die muslimische Gemeinde hatte dies dort beantragt. Die Erfahrung in Stendal zeigt aber, dass viele Moslems in ihrer Heimat die letzte Ruhe finden.

Die Sargpflicht besteht auch auf der Fläche, die derzeit in Salzwedel entsteht. Ein Bestatten von Toten, die nur in ein Tuch gehüllt sind, ist somit nicht erlaubt. Das Nutzen von Urnen – solche Grabstellen gibt es auf dem Perver-Friedhof ebenfalls – ist bei Muslimen nicht üblich. Gräber werden ausschließlich von Fachkräften der Stadt ausgehoben und wieder verfüllt. Die Tiefe beträgt von der Erdoberkante (ohne Hügel) bis zur Oberkante des Sarges mindestens 90 Zentimeter. Weitere Details stehen in der Friedhofs- sowie in der Gebührensatzung. Beide können auf der Internetseite der Hansestadt (www.salzwedel.de) eingesehen werden.

Von Christian Ziems

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