Update (13.30 Uhr): Unternehmen sieht Einigung kritisch

Glunz zurück im Tarif

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Nach den Warnstreiks im März und April hatte sich zunächst ein längerer Tarifstreit angedeutet. Am Dienstagabend dann die überraschende Einigung.

Nettgau. (Update vom 18. Mai, 13.30 Uhr): Die Geschäftsleitung der Glunz AG steht dem Verhandlungsergebnis kritisch gegenüber, teilt Dr. Jan Bergmann, Vorstand der Glunz AG, mit.

"Wir haben uns letztlich für diesen Schritt entschieden, um weitere negative Auswirkungen durch Arbeitskampfmaßnahmen abzuwenden", erklärte Bergmann. Dies betreffe insbesondere die Sicherstellung der Lieferfähigkeit gegenüber Kunden.

"Im Hinblick auf die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens  - und damit auch der Beschäftigungssicherheit an unseren Standorten - bringt uns das Verhandlungsergebnis im Fall Nettgau leider keinen Schritt weiter", machte Bergmann weiter deutlich. 

(Urprüngliche Meldung): Der Streik im Nettgauer Glunz-Werk scheint abgewendet: Am Dienstagabend meldete die Industriegewerkschaft (IG) Metall einen Durchbruch bei den Tarifverhandlungen mit der Geschäftsführung des Spanplattenherstellers.

Demnach ist das Unternehmen mit sofortiger Wirkung wieder in den Arbeitgeberverband Sachsen-Anhalt zurückgekehrt. Damit gelten auch alle tariflichen Regelungen wieder. Mehr noch: Die Glunz AG ist bereit, die in der Landesbranche vereinbarte Tariferhöhung zu zahlen (zwei Prozent ab Mai; 1,7 Prozent ab Januar 2017). Auch die Altersteilzeitregelung kommt 2017. „Die Belegschaft hat sich durchsetzen können“, so IG-Metall-Verhandlungsführer Wilfried Hartmann gestern.

Von Jens Heymann

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