Schießpark Kahnberg: Unverwüstliches Duett geehrt

Gelebte Kameradschaft unter Sachsen-Anhalts Reservisten

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61 Angehörige von Reservistenkameradschaften aus Sachsen-Anhalt und der Freiwilligen Feuerwehr Mieste waren zum 14. Kahnberg-Schießen bei Berge angetreten.

Berge. Anspruchsvolles Schießen, exzellentes Essen, Gespräche am Lagerfeuer, Übernachten im Zelt und ein gemeinsames Frühstück – das alles im Schießpark Kahnberg in der Pampa bei Berge, die den Charme eines Truppenübungsplatzes ausstrahlt.

Uwe Grasemann (l.) beaufsichtigte die Stendaler Reservisten beim Wurftaubenschießen.

Kiefern, Sand und Heide – jeder Soldat kennt das. Seit 14 Jahren veranstaltet die Reservistenkameradschaft (RK) „Altmark“ Biwak und Schießen dort. Inzwischen trifft sich dort einmal im Jahr fast ganz Sachsen-Anhalt. Das einzige Problem: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt – rechtzeitiges Anmelden also angesagt. Mit dabei auch immer: Zivilisten. Diesmal war es die Freiwillige Feuerwehr Mieste, die den Reservisten auch schon Vorführungen ihrer Schlagkraft geliefert hat. Denn Schießen und Biwak haben ein Ziel: Kameradschaft leben und festigen. Eine Kameradschaft, die immer dann gebraucht wird, wenn es ernst wird. Zum Beispiel bei Hochwasser. Da sind die Reservisten immer an den Brennpunkten im Einsatz, koordinieren die gemeinsame Hilfe von zivilen Stellen und Bundeswehr. Und das läuft einfach geschmierter, wenn sich die Einsatzkräfte persönlich kennen.

Oberstleutnant Hans Thiele (v.r.) und Oberfeldwebel Michael Földi zeichnen Volker Brückner und Uwe Grasemann für 15 Jahre sowie Ilja Zerling für zehn Jahre Treue aus.

Oberstleutnant Hans Thiele, Gründer und Chef der RK „Altmark“, sowie Landesvorsitzender der Reservisten, der diesen Gedanken entwickelt hat und mit seinen Männern und Frauen lebt, zeichnete auf dem Kahnberg auch treue Mitglieder aus. „Volker Brückner und Uwe Grasemann sind schon seit 15 Jahren mit mir zusammen und haben noch nicht gekündigt“, schüttelte Thiele dem unverwüstlichem Duett die Hände. „Du hast ihnen auch nicht gesagt, dass sie das können“, sorgte ein Zwischenruf für Lacher.

Das unverwüstliche Duett Brückner / Grasemann hatte wieder die Organisation des Schießens in der Hand. Dazu gehören weiterhin Peter Schlawin, ohne den kein Schießen denkbar wäre. Das Team wird von Sabine Ebeling verstärkt, die als Bogenschützin für alle auch noch einen Spaßfaktor zu bieten hat. Anfangs lächeln die gestandenen Landser noch über den Flitzebogen, doch spätestens ab dem sechsten Pfeil wird das Spannen des Compoundbogens zu einer Kraftprobe – da sind Muskeln gefragt. An Feuerwaffen stand diesmal das Kleinkaliber im Mittelpunkt: Gewehr auf 50 und Pistole auf zehn Meter. Nach soldatischer Gelassenheit beim Kleinkaliber stand hohe Geschicklichkeit, eiskalte Berechnung und blitzschnelles Reagieren beim Wurftaubenschießen auf dem Programm. Da gingen einige Reservisten mit blauen Schultern vom Stand. Um dann zu zeigen, dass sie die Handgranate zielsicher in den Kreis werfen konnten.

Sabine Ebeling erklärte den Compoundbogen.

Nach Wettkämpfen und Siegerehrung (siehe Infokasten) brachten gaumenkitzelnde Gerüche die Schleimhäute der Soldaten auf Trab. Ahlke Gerdes-Thiele hatte mit den Damen wieder einmal ein Buffet in der Pampa arrangiert, dass in Sterne-Hotels seinesgleichen sucht. So widmeten sich die Reservisten einer soldatischen Lieblingsbeschäftigung: dem Essen. Vom Chilli, an dem der Landesvorsitzende mitwirken durfte, bis hin zu Eisspezialitäten blieben auch bei 28 Grad im Kiefernwald keine Wünsche offen.

Von Holger Benecke

Auf einen Blick:

Die besten Schützen:

1. Christoph Schlüsselburg (RK „Altmark“)

2. Andreas Wolf (RK Wefensleben „General von Gneisenau“)

3. Dennis Krüger (RK Haldensleben „Reitender Roland“).

Die besten Schützinnen:

1. Sabine Unze (RK Magdeburg „Schill‘sche Jäger“)

2. Angela Witte (Feuerwehr Mieste)

3. Lena Brückner (RK „Altmark“)

Das 14. Biwak und Schießen bestand aus:

KK-Gewehr auf 50 Meter, KK-Pistole Wurftaubenschießen, Compoundbogenschießen, und Handgranatenweitzielwurf.

61 Teilnehmer aus folgenden Reservistenkameradschaften:

„Altmark“, „Hansestadt Salzwedel“, Stendal „Albrecht der Bär“, Haldensleben „Reitender Roland“, Wefensleben „General von Gneisenau“, Burg „Generalmajor Carl von Clausewitz“, Magdeburg „Schill‘sche Jäger“, Uni Magdeburg „Otto von Guericke“ und Halle sowie die Freiwillige Feuerwehr Mieste und die Forschungsgruppe 45 (FG 45).

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