Große Resonanz in Salzwedeler Einrichtung

Gamer-Tag in der Bibliothek: Bis die Augen eckig werden

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Zocken erlaubt: 30 Jungen und ein Mädchen kamen am Sonnabend in die Bibliothek Salzwedel, um sich in den Spielen „FIFA 16“ und „Mario Kart 8“ zu messen.

Salzwedel. Während Eltern sich sonst beschweren, dass das Kind nur noch vor dem Bildschirm hockt, war das am Sonnabend in der Bibliothek Salzwedel ausdrücklich erwünscht.

Dort versammelten sich zum ersten Gaming-Tag nicht Leseratten und Bücherwürmer, sondern waschechte Zocker und Gamer im Alter von zehn bis 16 Jahren.

Die Idee dazu hatten Bianca Hochstein von der Bibliothek Salzwedel und Romy Topf von der Bibliothek Gardelegen. Seit Oktober 2012 studieren die beiden über ein Fernstudium Bibliotheksmanagement. Für ihre Bachelorarbeit haben sie das Pilotprojekt ins Leben gerufen und untersuchen nun, „wie Computer- und Konsolenspiele neue Chancen für Bibliotheken bieten können“.

Bianca Hochstein (l.) und Romy Topf riefen das Pilotprojekt für ihre Bachelorarbeit im Bereich Bibliotheksmanagement ins Leben.

Und das mit großem Erfolg. Zu ihrer eigenen Überraschung konnte Romy Topf freudig verkünden: „Ich bin absolut begeistert, denn die Nachfrage war so riesig, dass wir einige sogar wieder wegschicken mussten.“ Insgesamt 31 Kinder tummelten sich in der oberen Etage vor den Konsolen Wii U und Playstation 3 und 4. Gespielt wurden die Spiele „Mario Kart 8“ und „FIFA 16“. „Mich hat überrascht, dass nur ein einziges Mädchen mit dabei ist“, wundert sich Topf. Doch ob Mädchen oder Junge, alle waren mit Feuereifer und Spaß dabei. Was nicht zuletzt auch an weiteren Helfern lag, die genau aufpassten, dass keiner der Jugendlichen schummelt. „Alle, die heute dabei sind, machen das ehrenamtlich“, unterstreicht Romy Topf dankbar.

Doch nicht jeder wollte helfen. „Wir konnten leider in Salzwedel nicht ein einziges Unternehmen finden, dass diese Veranstaltung mit Technikleihgaben oder finanzieller Hilfe unterstützen wollte“, zeigen sich die Organisatorinnen enttäuscht.  Nichtsdestotrotz hieß es dreieinhalb Stunden: zocken, bis die Augen eckig sind. Denn für die Besten gab es einiges zu gewinnen. An den ersten Platz ging ein Familienticket für das Computerspielmuseum in Berlin. Dort können Kind und Eltern gemeinsam vor dem Bildschirm hocken.

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