Arbeitsgemeinschaft mit Flüchtlingskindern bringt viele Erfolge und neue Freundschaften

Ein Fußballspiel, das verbindet

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Momentan ist die Arbeitsgemeinschaft ein wenig geschrumpft. Dennoch haben die neuen und alten Schüler an der Lessing-Schule jede Menge Spaß, wenn es freitags eine Stunde gemeinsam in die Turnhalle geht. Sportlehrerin Bettina Mende (2.v.r.) ist begeistert von der AG.

Salzwedel. In der Sporthalle der Lessing-Ganztagsschule ist es laut. Es läuft Musik, mehrere Jungen spielen Fußball und Basketball. Als Kebron Efrem, ein Flüchtlingsjunge aus Eritrea, dazukommt, wird das Spiel kurz unterbrochen.

Es wird ein Handschlag ausgetauscht, bevor die sechs Jungen ihr rasantes Spiel fortsetzen.

Seit vier Wochen gibt es die Arbeitsgemeinschaft schon, bei der sich Lessing-Schüler und neue Schüler aus Flüchtlingsfamilien treffen und Sport treiben. Die leitende Sportlehrerin, Bettina Mende, ist begeistert. „Man merkt, wie viel Mühe sich die Flüchtlingskinder geben, Deutsch zu sprechen. Teilweise helfen auch die, die schon besser Deutsch können, denen, die noch nicht so lange hier sind“, sagt sie. Das ist nur ein Ziel der Arbeitsgemeinschaft (AG). Integration durch Sport. Zudem sollen diese positiven Effekte mit in den Unterricht eingebracht werden. Die Idee zu dem sportlichen Nachmittag am Freitag von 13 bis 14 Uhr hatte Vize-Schulleiter Thomas Schlicke.

Voll im Trend liegen Fußball und Basketball. So hat Bettina Mende schon das eine oder andere Sportass entdeckt. „Wir stellen auch den Kontakt zu Vereinen her, Kebron spielt zum Beispiel im Basketballverein“, erzählt sie. Kebron ist seit einem halben Jahr in Salzwedel. „Ich fühle mich wohl hier “, sagt er. Ein paar Freunde habe er auch. Für ausführlichere Berichte hat der junge Afrikaner keine Zeit, er will weiter Fußball spielen.

Damit, dass er heute wieder an der Sport-AG teilnimmt, hatte Bettina Mende gar nicht gerechnet. „Ich dachte, du bist heute schon gar nicht mehr da?“, fragt sie ihn überrascht. Doch Kebron bleibt noch bis Sonntag. „So ist das leider. Mal ziehen welche weg, mal kommen wieder neue dazu“, erklärt Bettina Mende im AZ-Gespräch leicht zerknirscht. „Zwischenzeitlich waren wir eigentlich 15 Schüler.“

Auch Mädchen waren schon dabei, aber sie sind eben mit Fußball nicht so leicht zu begeistern, wie die sieben Jungs, gibt die Sportlehrerin zu. Während der Stunde in der Sporthalle dürfen die Kinder zunächst selbst entscheiden, was sie machen möchten. Dann gibt Bettina Mende Spiele wie Abwerfen oder Zweifelderball vor. „Am Anfang wurde noch oft geschummelt, aber da waren auch die Spielregeln noch nicht ganz klar“, lacht sie. Jetzt passt jeder genau auf, dass sich der vom Ball Getroffene auch auf die Bank setzt. „So kann die Schulwoche mit einem positiven Erlebnis ausklingen“, freut sich Mende.

Von Melanie Friedrichs

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