Versteigerung hinter dem Salzwedeler Bürgercenter

Fundsachen unterm Hammer: Ein Euro für weiße Unterhosen

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Die weißen Herrenunterhosen waren wohl das kurioseste Fundstück, welches Heike Meyer den Bietern präsentierte. Doch kaufen wollte das Beinkleid zunächst niemand.

Salzwedel. „Ich verstehe gar nicht, wieso Sie so verhalten sind, der nächste Winter kommt bestimmt“, warb Auktionator Eiko Petruschkat am Sonnabend in Salzwedel für die langen Männerunterhosen.

Doch auch in Hinblick auf die kalten Monate wollte sich zunächst kein Käufer für das körperumschmeichelnde Beinkleid in Weiß finden. Für einen Euro wurden die Unterhosen schlussendlich versteigert. Die passenden Unterhemden erwarb der Bieter gleich mit dazu.

Eiko Petruschkat führte mit Witz durch die Auktion.

Nicht nur die Unterhose plus Hemd fanden bei der Fundsachenversteigerung am Bürgercenter neue Besitzer, auch 32 Fahrräder, ein Fernglas, eine Trinkflasche und zahlreiche Uhren und Armbänder landeten unter dem Hammer. Die Trinkflasche blieb, obwohl Petruschkat anbot, „sie gern mit Wasser oder Schnaps aufzufüllen“, bis zuletzt liegen. Auch das „Wasserfahrzeug“, ein Fahrrad, das sich vor seinem Zuhause im Fundbüro wohl für längere Zeit in die Unterwasserwelt von Salzwedel verirrt hatte, und Leidensgenossen mit gerissenen Ketten, Platten und verbogenen Lenkern wollte zunächst niemand.

Am Ende der Veranstaltung hinter dem Bürgercenter konnte Heike Meyer jedoch zu Protokoll geben: „Es ist nichts mehr übrig, und alles wurde verkauft.“ Ihr wurde bei der Fundsachenversteigerung eine besondere Aufgabe zuteil, denn alles, was Auktionator Petruschkat in seinem Sortiment anzubieten hatte, führte sie unter den Augen der über 100 Bieter vor. Geboten wurde durch Handzeichen. „Also bitte nicht den Nachbarn grüßen, sonst könnte es sein, dass Sie soeben ein Fahrrad gekauft haben“, witzelte Eiko Petruschkat. Beliebt waren bei den Drahteseln vor allem die Mountainbikes; das Teuerste ging mit 156 Euro über die Theke. Für Uhren und Armbänder gaben Bieter hingegen meist zwischen acht und 15 Euro aus.

Von Melanie Friedrichs

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