Netzwerk will soziales Engagement stärker fördern

Flüchtlingen helfen, Altmärker aufklären

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Christine Dietmann (r.) und Jörg Bieber wollen das neue Netzwerk Flüchtlingshilfe mit Leben erfüllen. Dabei werden sie von Irene Liedtke unterstützt. Gestern informierten sie über Details.

Salzwedel. „Wir wollen in die Unterkünfte gehen, Hilfen koordinieren und in den Gemeinden Einheimische aufklären sowie motivieren“, umschrieb Jörg Bieber gestern den Rahmen für das neue Netzwerk Flüchtlingshilfe.

Er wird sich von Salzwedel aus um die Umsetzung kümmern, Christina Dietmann in der Region Gardelegen. Hilfesuchende, die zum Teil vom Krieg traumatisiert werden, sollen möglichst schnell mit dem deutschen Kulturkreis und seinen Eigenarten wie Bürokratismus zurecht kommen. Der unklare Aufenthaltsstatus sorgt dabei oftmals für zusätzliche Unsicherheit.

Doch auch bei den Einheimischen gibt es immer wieder Skepsis, wenn zunächst Fremde in die Nähe ziehen. Darum wollen Christina Dietmann und Jörg Bieber in den Gemeinden für Aufklärung sorgen. Unterstützt werden sie von Irene Liedtke. Dabei hoffen sie darauf, dass Interesse zu weiterem sozialen Engagement führt und die Neugierde auf andere Kulturkreise wächst. Patenschaften und Nachhilfe für Kinder von Flüchtlingen sind da nur ein Teil der Ideen.

„Es geht nicht darum, von oben etwas zu entscheiden, sondern Entwicklungen anzuschieben“, unterstrich Jörg Bieber. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt. Es wird vom Kirchspiel Rohrberg, der Kirchengemeinde Gardelegen, dem Kirchenkreis sowie der Diakonie getragen. Auch der Altmarkkreis sitzt mit im Boot.

Rohrbergs Pfarrer Gottfried Vogel möchte erreichen, dass Ängste durch Vorurteile erst gar nicht entstehen. Susanne Pfaffelhuber, Geschäftsführerin der Diakonie, nannte gestern Vorteile, wenn sich Flüchtlinge in der Region heimisch fühlen. So könnte nicht nur der Fachkräftemangel etwas reduziert werden. Zudem profitieren Kommunen von den Kindern, die ihre Bildungsstätten stärken. Um das Zusammenleben zwischen Flüchtlingen und Altmärkern zu vertiefen, ist weiteres ehrenamtliches Engagement gefragt. Wer helfen möchte, kann sich an Jörg Bieber, Tel. (03 901) 30 48 30 oder Christina Dietmann, Tel. (01 57) 73 25 951 wenden.

Von Christian Ziems

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