Müllsammelaktion: Mehr als 100 Salzwedeler helfen mit

341 Flaschen aus der Jeetze gefischt

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Martin Jung zählte am Ende 341 Flaschen, die er mit seinen Kollegen vom THW aus den Salzwedeler Gewässern fischte.

Salzwedel. „339, 340 und 341“, zählte Martin Jung auf der Ladefläche des THW-Lkw vor der Katharinenkirche. Und auf jede Zahl folgte ein lautes Klirren, wenn wieder eine Flasche im großen Müllcontainer vor ihm zerbarst.

Jung und seine THW-Kollegen hatten insgesamt 341 Flaschen – zum großen Teil Pfandbehälter – aus der Jeetze und der Dumme gefischt. Von 9 bis 16. 30 Uhr waren sie am Sonnabend unterwegs.

Amadeus (11) brauchte an der Leichenhalle nicht lange suchen. Immer wieder brachte der Junge neuen Müll zum dort aufgestellten Container.

Die Müllsammelaktion in Salzwedel war für die Organisatoren um Heike Schmidt und Holle Huygen-Thurn ein voller Erfolg, wenn man es an der Beteiligung der Salzwedeler misst. Schaut man auf die Müllmenge, so packte gestern den einen oder anderen Helfer schonmal der Ekel. So fanden die fleißigen Müllsammler im Birkenwäldchen zahlreiche benutzte Windeln und einen ganzen Sack voller Essensabfälle. Ansonsten gab es kaum ein alkoholisches Getränk, welches nicht in irgendeiner Form in den Müllsäcken verschwand – die Aktion war also mehr als notwendig.

Mit mehr als 20 Mitstreitern beteiligten sich die Handballer vom SVT Uelzen-Salzwedel an der Aktion. Von den Minis bis zu den Alten Herren waren alle dabei.

Und an Unterstützung mangelte es kaum. Zahlreiche Vereine und Gruppierungen sowie die Verwaltung packten kräftig mit an. „Wir waren bereits am Vormittag am Bahnhof unterwegs“, berichtete Bürgermeisterin Sabine Blümel gestern vom Einsatz der Verwaltungsmitarbeiter. Für alle weiteren ehrenamtlichen Helfer hatte die Stadt die Container aufgestellt und hunderte große Müllsäcke besorgt. Am Ende waren fünf Container bis oben hin voll.

Zum Abschluss des Aufräumtages, an dem sich auch Flüchtlinge aus der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule beteiligten, wurde an der Katharinenkirche gegrillt. Dort berichtete eine Gruppe von einem besonderen Fund. Ein Flüchtling hatte an der Uelzener Straße ein Handy aufgehoben. Nun wartet es bei der Polizei auf seinen Besitzer.

Von David Schröder

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