Vorerst ein „Ein Zwischending“

Film-Boykott: Kino einigt sich mit Disney auf Kompromiss

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Seit kurzer Zeit sind im Salzwedeler „Filmpalast“ wieder Filme aus dem Hause Disney zu sehen. Seit dem vergangenen Jahr läuft ein Streit um die Leihgebühren.

Salzwedel. Im Kino der Hansestadt – dem Salzwedeler „Filmpalast“ – laufen seit kurzer Zeit wieder Disney-Filme. Inhaberin Barbara Bode, die sich zusammen mit anderen unabhängigen Betreibern von Lichtspielhäusern seit dem vergangenen Jahr in einem Streit über Filmverleihgebühren mit dem amerikanischen Unterhaltungskonzern befindet, sprach gestern gegenüber der AZ von einem Kompromiss.

Die vorläufige Einigung – „ein Zwischending“ laut Barbara Bode – besagt, dass Disney-Filme zwar um einige Wochen verspätet starten, dafür aber zu den alten, günstigeren Konditionen. Denn Disney will höhere Gebühren als bisher kassieren. Das wollen vor allem Kinobesitzer auf dem Land, die nicht zu den großen Ketten gehören, nicht mitmachen. Sie befürchten, durch noch höhere Eintrittskartenpreise Besucher zu verlieren.

Durch den Kompromiss sind aktuell doch noch einige Filme im „Filmpalast“ angelaufen, die ansonsten boykottiert worden wären – etwa die Produktionen „The Jungle Book“, „Zoomania“ und „The First Avenger: Civil War“. Ein weiterer Blockbuster, „Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln“, wird hingegen nicht gezeigt. Der Film ist brandneu und würde die von Disney gewollten höheren Gebühren und damit auch höhere Ticketpreise nach sich ziehen. Der Streifen ist vom erzielten Kompromiss also erstmal ausgeschlossen.

Ende Juni soll es ein nächstes Treffen zwischen Disney und den rebellierenden Kinobetreibern geben. Dann soll die Einigung auf den Prüfstand kommen, so Barbara Bode gestern.

Auf den „Filmpalast“ kommt demnächst noch eine andere Herausforderung zu: die Fußball-Europameisterschaft. Denn wer das Turnier in Frankreich verfolgt, kann nicht gleichzeitig ins Kino gehen. Manche Filme werden daher vor- bzw. zurückverlegt. Barbara Bode bleibt gelassen: „Wir hatten das schon schlimmer. Dieses Jahr wird es aber nicht ganz so.“

Von Jens Heymann

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