Von Woche zu Woche

Feuerteufel nicht in Watte packen

Da kann einem schon angst und bange werden. In Salzwedel, Beetzendorf, Rohrberg und anderswo laufen Brandstifter herum, die die Menschen in Angst und Schrecken versetzen.

Am sonst so beschaulichen Finkenweg in der Hansestadt brannte ein Einfamilienhaus, in Rohrberg in dieser Woche die alte Gaststätte, in Beetzendorf waren es kürzlich gleich drei Häuser. Noch hat die Polizei die Brandstiftung nicht in allen Fällen bestätigt, aber wenn sie schon sagt, dass sie in diese Richtung ermittelt ...

Ulrike Meineke

Was sind Feuerteufel für Menschen? Macht es ihnen Spaß, Häuser in Brand zu setzen? Ergötzen sie sich am Anblick des Feuerscheins, am Leid der Menschen? Finden sie es geil, wenn die Feuerwehr mit Tatütata ausrückt? Freiwillige, die nachts eigentlich ihren Schlaf brauchen, weil sie am nächsten Tag wieder arbeiten müssen – egal, ob sie stundenlang im Einsatz waren oder nicht? Oder ist es Langeweile, die so einen Feuerteufel umtreibt?

Es gibt viele Fälle, in denen Menschen durch Brandstiftung ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben. Teilweise haben sie jahrzehntelang in diesem Haus gelebt – Erinnerungen, in Minuten ausgelöscht. Machen sich die Brandstifter darüber Gedanken, wie es diesen Menschen geht? Dass sie womöglich Menschenleben auf dem Gewissen haben? Nicht immer können die Bewohner gerettet werden. Manche kommen im Feuer um, andere werden schwer verletzt oder tragen ein Trauma davon, das sie ihr Leben lang nicht los werden.

Wahrscheinlich sind Brandstifter krank. Wer so etwas tut und in Kauf nimmt, dass Menschen sterben, kann nur krank sein. Was aber macht unsere Justiz mit kranken Menschen? Wenn ein Gutachter feststellt, dass ein Brandstifter psychisch schwer gestört ist, gilt er als unzurechnungsfähig und wird nicht für seine Taten verantwortlich gemacht. Er kommt in die Psychiatrie – für eine gewisse Zeit. Irgendwann gilt er als geheilt und wird entlassen. Und legt womöglich wieder Feuer.

Es gibt Länder, in denen zählt allein die Tat. Ob man einem Feuerteufel nun die Hand abhacken sollte, wie in manchen Staaten üblich – darüber mag man streiten. Aber in Watte bzw. wohlumsorgt ins Bett gepackt gehören sie nicht.

Von Ulrike Meineke

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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