Nach Kellerbrand in Salzwedel: "Es herrschte Panik"

Feuer, Rauch und ein Tatverdächtiger

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Das Feuer brach im Eingang 7 an der Buchenallee aus.

Salzwedel. „Es herrschte Panik, die Situation war zunächst unübersichtlich“, beschrieb Salzwedels Stadtwehrleiter Holger Schmidt die ersten Minuten beim Kellerbrand in einem Salzwedeler Wohnblock am Sonnabend.

Um 22.20 wurden die Brandbekämpfer am Sonnabend alarmiert, als sie an der Buchenallee eintrafen, kamen ihnen Hausbewohner entgegen. Sie hatten das Feuer im Keller bemerkt. Die Fluchtwege führten durch verqualmte Treppenhäuser. Zwölf Personen erlitten Rauchgasvergiftungen, Sanitäter und Ärzte kümmerten sich um sie. Sie wurden vor Ort behandelt, zwei Verletzte kamen vorsorglich ins Krankenhaus.

Salzwedels Feuerwehr konnte ein Ausbreiten des Feuers auf das gesamte Gebäude verhindern. Die Drehleiter wurde vorsorglich in Position gebracht.

Als um 22.28 Uhr der erste Feuerwehr-Angriffstrupp mit schwerem Atemschutz ins Gebäude ging, waren weitere Kräfte unterwegs. Es wurde „Massenanfall an Verletzten“ ausgerufen. Für diese Einsatzart sind mehrere Feuerwehren speziell trainiert. Neben Brandbekämpfern aus Salzwedel kamen weitere Ehrenamtliche aus Langenapel, Pretzier und Binde an die Buchenallee. Zur Ausrüstung gehören Zelte, in denen Verletzte versorgt werden können. Diese mussten am Sonnabend aber nicht aufgebaut werden, die vorhandenen Rettungswagen boten genügend Platz.

Während die Bewohner draußen Hilfe bekamen, löschten die Feuerwehrkräfte die lodernden Flamen in zwei Kellerverschlägen. Sechs Personen, darunter eine Familie mit Kindern, verschanzten sich auf einem Balkon in der vierten Etage. „Wir haben sie beruhigt und ihnen erklärt, dass sie dort bleiben sollen. Der Balkon befand sich weit genug vom Brand entfernt. Vorsorglich wurde die Drehleiter in Position gebracht, um schnell reagieren zu können“, so Holger Schmidt. Es musste aber niemand per Rettungskorb evakuiert werden.

Neben 54 Feuerwehrkräften waren Ärzte, Sanitäter und Polizei vor Ort. Brandermittler nahmen ihre Arbeit auf. Noch in der Nacht wurde ein 26-Jähriger, dem Brandstiftung vorgeworfen wird, vorläufig festgenommen. Zwei Wohnungen, die sich über den beiden Kellerverschlägen befinden, sind derzeit nicht nutzbar. Strom- und Wasseranschlüsse für das gesamte Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Bewohner sind anderweitig untergebracht worden.

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