Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehr könnten alle 170 Klein Gartzer aufnehmen

Erster Anlaufpunkt im Ernstfall

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Klein Gartz´ Ortsbürgermeister Hermann Meyer steht im Dorfgemeinschaftshaus. In ruhigen Zeiten können dort bis zu 80 Personen feiern. Kommt es zu einer Katastrophe, kann das Gebäude mit der angrenzenden Feuerwehr alle 170 Einwohner aufnehmen.

Klein Gartz / Pretzier. Ortsbürgermeister Hermann Meyer und sein Rat haben vorgesorgt: Kommt es zu einer wie auch immer gearteten Katas-trophe, stünden allen 170 Einwohnern von Klein Gartz das örtliche Dorfgemeinschaftshaus sowie die angrenzende Feuerwehr als Notunterkunft zur Verfügung.

Das neue bundesweite Zivilschutzkonzept, das heute vorgestellt werden soll, hat in den vergangenen Tagen für reichlich Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Darin heißt es unter anderem, dass die Deutschen einen Mindestvorrat an Wasser und Lebensmitteln bereithalten sollen.

Im Fall eines Stromausfalls wird der Schalter umgelegt. Dann sorgt das Notstromaggregat für Elektrizität.

In Klein Gartz horten die Dorfverantwortlichen zwar keine Lebensmittel, halten aber eine gewisse Menge an Treibstoff vorrätig, um das Notstromaggregat zu versorgen. Fällt im Zuge einer Katas-trophe der Strom aus, könne im Dorfgemeinschaftshaus und in der Feuerwehr Energie für wenigstens 24 Stunden gewährleistet werden, so Ortschef Meyer. „Dann müsste es aber schon schlimm kommen“, sagt er.

Einmal umschalten – und schon ist das Gebäude autark versorgt. Das Notstromaggregat werde zweimal im Monat getestet, führt der Klein Gartzer weiter aus. Mit dem Strom kann beispielsweise die Küche im Dorfgemeinschaftshaus betrieben werden. Mit einer großen Lampe zum Ausleuchten könnten Helfer außerdem Anwohner im Dorf lokalisieren.

Die Küche des Klein Gartzer Dorfgemeinschaftshauses kann auch im Ka-tastrophenfall benutzt werden – solange sie unbeschädigt bleibt.

Hermann Meyer erzählt, dass das Szenario einer Katas-trophe bereits beim Ausbau des Gebäudes im Jahr 2007 eine Rolle gespielt habe. Hauptgedanke dabei seien natürlich Feierlichkeiten gewesen, aber eben auch die Frage nach dem Was-wäre-wenn? Einige Jahre später folgte dann noch das Notstromaggregat, dessen Anschaffung der Ortschaftsrat mit einem möglichen Katastrophenszenario begründete. Der Orkan „Kyrill“ war Anfang 2007 über Deutschland hinweggefegt. Und wer im Fall der Fälle helfen? „Alle, die bereits Verantwortung im Ort haben“, antwortet der Ortsbürgermeister.

Im Nachbarort Pretzier hat der Zivilschutz beim Bau der Schule zu DDR-Zeiten eine Rolle gespielt. „Die Küche sowie Räume als mögliche Unterkünfte sind so hergerichtet worden“, erklärt Ortsbürgermeister Herbert Schulze. Be- und Entlüftungsanlagen wurden eingebaut, ebenso Aktivkohlefilter. Vieles davon sei aber nicht mehr vorhanden.

Von Jens Heymann

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